In mehreren Regionen Deutschlands sind am 16. Juli 2026 Hagelkörner von enormer Größe niedergegangen. Die Eisbrocken erreichten die Größe von Tennisbällen, in einigen Fällen sogar von Honigmelonen. Besonders betroffen waren Gebiete in Baden-Württemberg, wo bereits 2013 Hagel von der Größe von Golfbällen fiel. Die aktuellen Unwetter haben zu erheblichen Schäden an Gebäuden, Fahrzeugen und landwirtschaftlichen Flächen geführt.
Wie entstehen solche riesigen Hagelkörner?
Hagel entsteht in Gewitterwolken, wenn Wassertropfen in starke Aufwinde geraten und in große Höhen transportiert werden, wo sie gefrieren. Je stärker die Aufwinde, desto länger bleiben die Hagelkörner in der Wolke und können weiter wachsen, indem sie immer wieder neue Wasserschichten anlagern. Bei extremen Unwettern können Hagelkörner so einen Durchmesser von mehr als zehn Zentimetern erreichen. Laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) sind solche Ereignisse selten, aber aufgrund des Klimawandels nimmt die Häufigkeit von schweren Gewittern zu.
Regionen mit dem höchsten Risiko
Die größte Gefahr für Hagel besteht in Süddeutschland, insbesondere in Baden-Württemberg und Bayern. Aber auch in Nordrhein-Westfalen und Hessen kommt es immer wieder zu schweren Hagelereignissen. Der DWD empfiehlt, bei Unwetterwarnungen rechtzeitig Schutz zu suchen, etwa in Gebäuden oder unter Brücken. Autofahrer sollten ihr Fahrzeug in Garagen oder unter festen Überdachungen abstellen.
Die aktuellen Hagelschäden werden auf mehrere Millionen Euro geschätzt. Die Versicherungswirtschaft rechnet mit einer hohen Zahl von Schadensmeldungen. Betroffene sollten ihre Schäden umgehend dokumentieren und ihrer Versicherung melden.
Klimawandel und Hagel
Wissenschaftler warnen, dass der Klimawandel die Wahrscheinlichkeit von extremen Hagelereignissen erhöht. Höhere Temperaturen führen zu mehr Feuchtigkeit in der Atmosphäre, was die Energie für Gewitter erhöht. Zudem verändern sich die Windmuster, was die Bildung von Superzellen – den Mutterwolken von Hagel – begünstigt. Eine Studie des Max-Planck-Instituts für Meteorologie zeigt, dass die Hagelgefahr in Deutschland bis 2050 um bis zu 30 Prozent zunehmen könnte.
Bürger sollten daher bei Unwetterwarnungen besonders achtsam sein und die Entwicklung des Wetters verfolgen. Der DWD gibt rund um die Uhr aktuelle Warnungen heraus, die über Apps und das Radio abrufbar sind.



