Nach dem tödlichen Terroranschlag auf Besucher des Christopher Street Days (CSD) in Berlin wächst die Sorge vor weiteren Attacken. Doch die Hamburger Parade am kommenden Samstag soll wie geplant stattfinden – mit deutlich verstärkten Sicherheitsvorkehrungen.
Polizei erhöht Präsenz – 250.000 Teilnehmer erwartet
Die Polizei Hamburg rechnet mit rund 250.000 Besuchern. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde nach dem Berliner Anschlag nochmals erhöht. „Ob vor, während oder nach der Demo, wir werden für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr präsent und ansprechbar sein“, betont ein Polizeisprecher. „Die Polizei steht fest an der Seite der queeren Community und leistet ihren Beitrag dafür, dass der CSD und alle Veranstaltungen der Pride Week sicher stattfinden können.“
Konkrete Gefährdungshinweise liegen den Behörden für Hamburg nicht vor. Das bewährte Sicherheitskonzept sieht verstärkten Streckenschutz und technische Sperren gegen mögliche Fahrzeugangriffe vor.
Polizeigewerkschaft: Absage wäre „Kapitulation“
Heiko Teggatz, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), spricht sich klar gegen eine Absage aus: „Selbstverständlich kann und soll der CSD stattfinden. Alles andere käme einer Kapitulation gegenüber dem Terrorismus gleich.“
Weitere Städte ziehen nach
Auch andere Städte reagieren auf den Anschlag. Schleswig-Holsteins Innenministerin Magdalena Finke (CDU) kündigte erhöhte Schutzmaßnahmen für kommende Veranstaltungen an. Bonn und Aachen prüfen zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. In Hannover wird der „Queer Wednesday“ beim Maschseefest durch zusätzliche Straßensperren geschützt.
Der Berliner Anschlag hatte am Wochenende für Entsetzen gesorgt. Die genauen Hintergründe werden noch ermittelt. Die Hamburger Polizei appelliert an die Teilnehmer, wachsam zu sein und verdächtige Beobachtungen zu melden.



