Hasskommentare nach Turnierniederlage
Die australische Open-Siegerin Jelena Rybakina hat ihr Instagram-Konto vorübergehend deaktiviert, nachdem sie eine Flut von Hasskommentaren erhalten hatte. Die 26-jährige Kasachin, die auf Platz zwei der Weltrangliste steht, berichtete am Rande des Rasenturniers in Berlin von den Vorfällen.
Am vergangenen Freitag hatte Rybakina beim Rasenturnier im Londoner Queen’s Club zunächst die deutsche Titelverteidigerin Tatjana Maria besiegt, verlor dann jedoch gegen die britische Außenseiterin Katie Boulter. Unmittelbar danach wurden ihre Instagram-Beiträge mit negativen Kommentaren überschwemmt.
Vermutung über die Täter
Rybakina äußerte die Vermutung, dass Wettspieler, die durch ihre Niederlage Geld verloren hatten, ihren Frust auf ihrem Account ausließen. „Normalerweise schenke ich dem nicht zu viel Aufmerksamkeit“, erklärte sie. „In diesem Moment war es aber zu viel.“ Sie fügte hinzu: „Wenn diese Leute nicht aufhören können, weil sie in diesem Moment Geld verlieren, gebe ich ihnen nicht die Möglichkeit, das zu kommentieren.“ Studien zeigen, dass vor allem Männer an Sportwetten teilnehmen.
Keine Lust auf Social-Media-Aufräumarbeiten
Die Australian-Open-Siegerin betonte, dass sie nicht dafür da sei, den ganzen Tag ihr Instagram-Konto zu bereinigen. Obwohl sie Unterstützung bei der Verwaltung der Inhalte habe, sei die Kontrolle ihres Profils ein Vollzeitjob. „Für mich ist es okay, nicht in den sozialen Medien zu bleiben. Wenn ich keine öffentliche Person wäre, wäre ich dort nicht allzu aktiv“, sagte Rybakina. Ihr Profil ist mittlerweile wieder online, jedoch ist bei vielen Beiträgen die Kommentarfunktion deaktiviert.
Ähnliche Erfahrungen macht auch die deutsche Tennisspielerin Eva Lys, die im Netz mit Todeswünschen und Vergewaltigungsdrohungen konfrontiert wird. „Es ist brutal“, sagte sie dem SPIEGEL.



