Jimothy: Waschbär mit Handicap wird zum Internetstar in Seattle
Jimothy: Waschbär mit Handicap wird Internetstar

In einem ruhigen Wohnviertel von Seattle sorgt seit Tagen eine ungewöhnliche Kreatur für Aufsehen. Anwohner berichten von einem Tier, das ihnen zunächst unheimlich vorkam – doch die Aufklärung folgte schnell: Es handelt sich um einen Waschbären namens Jimothy, der mit einem Handicap lebt und nun zum Internetstar aufgestiegen ist.

Was steckt hinter Jimothy?

Jimothy ist kein Mischwesen aus zwei Tieren, wie einige zunächst befürchteten. Vielmehr ist der kleine Racker ein Waschbär mit einer körperlichen Beeinträchtigung, die ihm ein ungewöhnliches Aussehen verleiht. Laut einem Instagram-Post, der viral ging, leidet Jimothy an einer Fehlbildung der Wirbelsäule, die seinen Gang und seine Haltung beeinflusst. Dennoch ist er aktiv und neugierig, durchstreift die Nachbarschaft und sucht nach Futter.

Die erste Sichtung fand in der Nähe des Green Lake Parks statt. Eine Anwohnerin filmte das Tier und stellte das Video online, in der Annahme, es handele sich um eine verletzte oder kranke Kreatur. Innerhalb weniger Stunden wurde der Clip tausende Male geteilt, und Jimothy erhielt seinen Namen – angelehnt an eine Figur aus der Serie „The Office“.

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Reaktionen der Nachbarschaft

Die Bewohner reagieren überwiegend positiv. Viele bringen Futter und Wasser in ihre Gärten, andere teilen Updates über Social Media. „Jimothy ist kein Monster, sondern ein tapferes Tier, das unsere Hilfe verdient“, schrieb ein Nutzer auf Instagram. Tierärzte der University of Washington bestätigten, dass das Handicap nicht lebensbedrohlich sei und Jimothy sich gut an seine Situation angepasst habe.

Die örtliche Wildtierbehörde wurde informiert, sieht aber keinen Anlass zum Einschreiten. „Solange Jimothy sich selbst versorgen kann und keine Gefahr darstellt, lassen wir ihn in Ruhe“, erklärte ein Sprecher. Experten betonen, dass Waschbären in städtischen Gebieten häufig vorkommen und oft als „Schädlinge“ gelten, doch Jimothy hat eine andere Rolle eingenommen – er ist zum Symbol für Resilienz geworden.

Vom Schrecken zum Internetstar

Was zunächst Unbehagen auslöste, verwandelte sich in Begeisterung. Jimothy hat mittlerweile einen eigenen Instagram-Account mit über 50.000 Followern. Die Seite zeigt täglich neue Aufnahmen seines Alltags: wie er über Gehwege wackelt, in Mülltonnen stöbert oder sich in einem Vorgarten sonnt. Kommentare reichen von „süß“ bis „inspirierend“.

Die Seattle Times berichtete über das Phänomen und stellte fest, dass Jimothy die Nachbarschaft näher zusammengebracht habe. „Früher haben wir uns kaum gekannt, jetzt tauschen wir uns über Jimothy aus“, sagte ein Anwohner. Händler vor Ort verkaufen sogar T-Shirts mit seinem Konterfei. Der Erlös geht an eine lokale Tierschutzorganisation.

Ein Blick auf städtische Wildtiere

Der Fall Jimothy wirft auch ein Licht auf die Koexistenz von Mensch und Tier in urbanen Räumen. Waschbären sind in Seattle keine Seltenheit – die Stadt liegt in ihrem natürlichen Lebensraum. Doch Tiere mit Handicap haben es schwerer, sich gegen Artgenossen durchzusetzen. Jimothy scheint jedoch eine Ausnahme zu sein: Seine Beliebtheit sichert ihm eine regelmäßige Nahrungsquelle und Schutz vor natürlichen Feinden.

Wildtierbiologen warnen jedoch vor zu viel Nähe. „Man sollte Waschbären nicht füttern, da sie sich an den Menschen gewöhnen und ihre natürlichen Instinkte verlieren“, erklärte Dr. Emily Carter von der University of Washington. Dennoch machen die Menschen weiter – aus Mitleid und Faszination.

Ob Jimothy langfristig überleben wird, bleibt abzuwarten. Bislang scheint er sich prächtig zu entwickeln. Sein Handicap hindert ihn nicht daran, die Nachbarschaft zu erkunden und die Herzen der Menschen zu erobern. Der kleine Waschbär ist längst mehr als eine unheimliche Kreatur – er ist ein Star.

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