Im Juni 2025 sind in Deutschland mindestens 99 Menschen ertrunken – die höchste Zahl für einen Juni seit 21 Jahren. Das teilte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mit. Nur im Hitzesommer 2003 waren mit 107 Todesopfern im Juni mehr Menschen ums Leben gekommen. Die DLRG zeigte sich alarmiert: „Der tragische Start in die Badesaison gibt Anlass zur Sorge, dass bei weiteren Hitzewellen im Hochsommer erneut viele Menschen ihr Leben im Wasser verlieren könnten“, sagte DLRG-Präsidentin Ute Vogt.
Über 90 Prozent der Todesopfer sind männlich
Besonders betroffen sind Männer: „Über 90 Prozent der Todesopfer im Juni waren männlich; unter den jungen Leuten sogar alle“, so Vogt. 2025 waren insgesamt vier von fünf Ertrunkenen männlich. Die DLRG appelliert deshalb besonders an Jungen und Männer, die eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und auf riskante Aktionen zu verzichten. Vogt betonte: „Es gibt im Badesee keinen Preis zu gewinnen – aber das Leben zu verlieren.“
Viele Opfer sind jung – aber auch Ältere betroffen
40 der 99 Todesopfer im Juni waren nicht älter als 30 Jahre. 35 Verunglückte waren über 50 Jahre alt. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich in Seen und Flüssen; in Schwimmbädern, Kanälen und im Meer starben weniger Menschen. Die DLRG sieht bekannte Muster: Viele Menschen unterschätzen Gefahren wie Strömungen und Temperaturunterschiede beim Sprung ins Wasser. Hinzu kommen schlechte Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache oder trübe Gewässer sowie medizinische Notfälle.
Bundesländer im Vergleich: Nordrhein-Westfalen und Bayern besonders betroffen
Nordrhein-Westfalen verzeichnete im Juni mit 22 Badetoten die meisten Todesopfer – ein Anstieg von 12 im Vorjahresmonat. Bayern folgte mit 21 Opfern (Vorjahr: 22), Baden-Württemberg mit 13 (Vorjahr: 7). Die DLRG rief zu Beginn der Sommerferien in mehreren Bundesländern dazu auf, Gefahren am Wasser nicht zu unterschätzen.
DLRG gibt Sicherheitstipps für die Badesaison
Um das Risiko zu verringern, mahnte die DLRG zu Vorsicht und Aufmerksamkeit: Nur an bewachten Badestellen schwimmen, nie überhitzt ins Wasser springen, sondern vorher abkühlen. Strömungen und unbekannte Gewässer meiden, niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen. Kinder stets beaufsichtigen, auf andere achten, beim Paddeln oder Surfen eine Schwimmweste tragen, ausreichend trinken und sich nicht zu lange der Sonne aussetzen. Die DLRG ist mit knapp 630.000 Mitgliedern die größte Wasserrettungsorganisation der Welt.



