Rente vs. Pension: 1.154 Euro gegen 3.416 Euro im Schnitt
Rente vs. Pension: 1.154 Euro gegen 3.416 Euro

Die durchschnittliche gesetzliche Rente beträgt 1.154 Euro pro Monat, während Beamte im Ruhestand im Schnitt 3.416 Euro brutto erhalten. Das geht aus einer neuen Ausarbeitung der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags hervor, die die Linke angefordert hatte. Die Unterschiede sind enorm, doch die Gutachter betonen, dass die Systeme so verschieden seien, dass ein direkter Vergleich „nur schwer möglich“ sei.

Zahlen im Detail: So viel bekommen Rentner und Pensionäre

Ende 2024 bezogen rund 20 Millionen Altersrentnerinnen und -rentner eine gesetzliche Rente. Der durchschnittliche Zahlbetrag lag bei 1.154 Euro monatlich. Im Gegensatz dazu erhielten die 1,4 Millionen Pensionäre des öffentlichen Dienstes Anfang 2025 ein durchschnittliches Ruhegehalt von 3.416 Euro brutto. Rund 60 Prozent der gut 1,3 Millionen ehemaligen Beamten und Richter beziehen mindestens 3.000 Euro brutto im Monat. 8 Prozent (111.206 Personen) erhalten sogar über 5.000 Euro brutto. Nur 7 Prozent der Pensionäre müssen mit maximal 2.000 Euro auskommen.

Auf der Rentenseite sieht die Verteilung anders aus: 37 Prozent der Altersrenten liegen unter 900 Euro. 17 Prozent der Rentenbeträge (3,2 Millionen Fälle) liegen zwischen 900 und 1.200 Euro, 16 Prozent zwischen 1.200 und 1.500 Euro, knapp 13 Prozent zwischen 1.500 und 1.800 Euro und 17 Prozent bei 1.800 Euro und mehr. Diese Werte sind vor Steuern, aber nach Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.

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Warum ein Vergleich schwierig ist

Die Wissenschaftlichen Dienste des Bundestags weisen darauf hin, dass die Systeme grundverschieden seien. Das Bundessozialgericht habe festgestellt, dass keine „leistungsbezogene Vergleichbarkeit“ bestehe. Beamte hätten in der Regel einen vollständigen Erwerbslebenslauf, während in den Rentenzahlen auch Minijobber und Mütter mit Erwerbsunterbrechungen enthalten seien. Die heterogenen Erwerbsbiografien führten „zu systematisch niedrigeren Durchschnittswerten“. Zudem stehe ein steuerfinanziertes Vollversorgungssystem (Beamtenversorgung) einem beitragsfinanzierten Solidarsystem (Rentenversicherung) gegenüber. Mögliche weitere Einkünfte von Rentnern mit Minirenten gehen in die genannten Zahlen nicht ein.

Linke kritisiert Privileg der Beamtenversorgung

Die Linken-Rentenexpertin Sarah Vollath, die die Ausarbeitung angefordert hatte, kritisierte „das Privileg der Beamtenversorgung“. Sie forderte, die Rentenkommission hätte die „Gerechtigkeitslücke“ zwischen Beamten und Beschäftigten schließen müssen. Die Kommission hatte im Auftrag der schwarz-roten Bundesregierung eine Blaupause für eine große Rentenreform vorgelegt. Sie tritt zwar für das Leitbild einer Erwerbstätigenversicherung ein, lehnt aber eine baldige Einbeziehung der Beamten ab. Vollath rechnete vor: Ein Durchschnittsverdiener müsste 80 Jahre lang arbeiten, um eine monatliche Rente in Höhe des durchschnittlichen Beamtenruhegehalts zu erhalten.

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