Das Losglück war nicht auf meiner Seite. Vor wenigen Tagen gab der Veranstalter SCC Events bekannt, wer beim Berliner Halbmarathon 2027 starten kann. In der Mail, die ich erhielt, bedankte sich das Team zwar für mein Interesse, teilte aber mit, dass mein Name nicht gezogen wurde. Mir ging es wie mutmaßlich Tausenden anderen. Auch wenn mich das Ergebnis nicht überrascht hat, ist die Entwicklung frustrierend.
Warum die Nachfrage so hoch ist
Dass das Ergebnis für mich nicht überraschend kam, liegt daran, dass ich den Ansturm auf bestimmte Laufevents seit Jahren beobachte. Der Berliner Halbmarathon ist Teil der sogenannten Super Halfs, zu denen sechs europäische Läufe gehören. Erst im Mai vermeldeten die Verantwortlichen: Für diese Lauf-Serie haben sich inzwischen 150.000 Menschen aus fast 190 Ländern registriert. Ein Startplatz ist längst nicht garantiert – selbst wenn 40.000 oder mehr Menschen teilnehmen können. Hinzu kommen weitere Bewerber, die nicht für die Super Halfs registriert sind.
Ich selbst habe die Serie vor ein paar Jahren begonnen, Berlin aber bereits 2025 abgehakt. Trotzdem wäre ich gern wieder dabei gewesen – wegen der besonderen Stimmung und weil Läufe in der Heimatstadt etwas Besonderes sind. Auf Instagram zeigen Kommentare, dass ich nicht die einzige Berlinerin bin, die leer ausging. Eine Läuferin schrieb, sie sei früher jedes Jahr mitgelaufen, als es noch keine Verlosung gab. Nun habe sie das zweite Mal in Folge kein Glück gehabt. Während ich bisher dachte, Berliner hätten bessere Chancen, scheint das nicht mehr zu gelten.
Geduld zahlt sich aus – aber nicht für jeden
Andere beweisen, dass sich Geduld auszahlen kann. Ein Nutzer schrieb, er habe sich insgesamt 19 Mal bei verschiedenen Läufen um einen Startplatz beworben. Der Berliner Halbmarathon 2027 sei der erste, bei dem er ausgelost wurde. Dieser Einsatz verdient Bewunderung. Ich bin mir unsicher, ob ich ähnlich konsequent immer wieder die Enttäuschung riskieren würde.
Natürlich gibt es andere Möglichkeiten, an beliebten Läufen teilzunehmen. Etwa durch Spenden für einen Charity-Partner. Die Summen liegen im deutlich dreistelligen Bereich: mal mindestens 350, mal 400 Euro. Alternativ bieten Reiseveranstalter Pakete an – für gut 500 Euro drei Nächte im Hotel plus 140 Euro für den Startplatz.
Alternativen zum Berliner Halbmarathon
Ich schließe keine Option aus, aber vermutlich werde ich weder die Charity- noch die Reisepaket-Variante wählen. Stattdessen habe ich nach Alternativen im Frühjahr gesucht. Der Prag-Halbmarathon findet am selben Wochenende statt und gehört ebenfalls zu den Super Halfs. Im vergangenen Jahr versuchten fast 100.000 Menschen, einen der 17.000 Startplätze zu ergattern. Nach vier Stunden (und wahrscheinlich virtueller Warteschlange) waren alle vergeben.
Nicht zur Serie gehören die Halbmarathons in Paris, Wien, Zürich oder Palma auf Mallorca. In Deutschland kämen Freiburg, Bonn oder der Spreewald infrage. Das ist das Gute: So groß der Ansturm auf manche Rennen ist, die Auswahl an Läufen ist noch größer.



