Marcel Reif hat in seiner Sendung „Reif ist Live“ auf BILD ein überraschendes Fazit gezogen: Kleine Nationen machen vieles besser als Deutschland. Der Sportjournalist und Moderator verwies auf Länder wie Dänemark, die Niederlande oder Singapur, die in puncto Effizienz, Digitalisierung und Bürgernähe dem großen Deutschland voraus seien.
Warum kleine Nationen im Vorteil sind
„Wir sind gut beraten, uns ein Beispiel zu nehmen“, so Reif wörtlich. Er betonte, dass kleinere Länder oft agiler und innovationsfreudiger seien. „Sie haben kürzere Entscheidungswege und können schneller umsetzen, was nötig ist.“ Deutschland dagegen verliere sich oft in Bürokratie und langwierigen Abstimmungsprozessen.
Als konkretes Beispiel nannte er die Digitalisierung der Verwaltung: „Während in Estland fast alle Behördengänge online erledigt werden können, hinken wir hier noch hinterher.“ Auch in der Bildungspolitik seien die kleinen Nationen oft erfolgreicher, etwa bei der Integration digitaler Medien in den Unterricht.
Deutschland kann von kleinen Nationen lernen
Reif forderte die deutsche Politik auf, von den Erfolgsmodellen zu lernen. „Es geht nicht um Größe, sondern um die richtigen Prioritäten und eine effektive Umsetzung.“ Er verwies auf die Schweiz, die trotz ihrer Kleinheit zu den innovativsten Ländern der Welt zähle.
Die Sendung zeigte auch Beispiele aus dem Sport: „Im Fußball haben Nationen wie Kroatien oder Uruguay mit viel kleineren Bevölkerungen ähnliche Erfolge erzielt wie Deutschland – das zeigt, dass es auf das System und die Talentförderung ankommt, nicht nur auf die Masse.“
Ein Appell an die Politik
Reif appellierte an die Verantwortlichen in Berlin: „Wir müssen uns eingestehen, dass wir nicht in allem die Besten sind. Ein Blick über den Tellerrand kann uns helfen, besser zu werden.“ Er forderte mehr Mut zu Reformen und eine Abkehr von überkommenden Strukturen.
Die Diskussion in der Sendung machte deutlich, dass Deutschland in vielen Bereichen Nachholbedarf hat – von der Digitalisierung über die Bürokratie bis hin zur Bildung. Kleine Nationen zeigen, wie es besser geht. „Wir sollten nicht aus falschem Stolz ignorieren, was andere besser machen“, so Reif abschließend.



