Während in Städten Interessenten jahrelang auf einen Kleingarten warten müssen, bleiben auf dem Land viele Parzellen leer. Das ist für die Vereine nicht nur ein Ärgernis, sondern kann schnell die Existenz bedrohen. Doch es gibt viele Ideen, wie leer stehende Gärten genutzt werden können.
Eine Möglichkeit ist der Pflegegarten. Niemand soll einen weiteren Garten übernehmen, sondern leerstehende Parzellen gemeinsam durch Rasenmähen, Laubfegen und Rückschnitt in Schuss halten. Die Pfleger dürfen das Obst ernten und teilen. Diese Idee wird zum Beispiel in der Kleingartenanlage "Rhodenberg" in Neinstedt im Harz umgesetzt.
In Gegenden mit wenig neuen Pächtern sind neue Konzepte gefragt. Gemeinsam Weihnachtsbäume anzubauen, ist ein schönes Gemeinschaftsprojekt. Auch Schulgärten sind erfolgreich: Kinder lernen den Anbau von Obst und Gemüse, ernten für die Schulküche und entdecken die Liebe zum Gärtnern.
Tiere wie Schafe und Ziegen halten das Gras kurz und liefern Dünger. Im Kleingartenverein Waldesruh bei Magdeburg gibt es Wildnis, eine Vereinsimkerin, aber keinen Wasseranschluss. In einem Tafelgarten wächst Obst und Gemüse für bedürftige Menschen. In der Anlage Molbitz e.V. bei Pößneck bewirtschaften Ein-Euro-Jobber zwei Parzellen und liefern das Gemüse an die Tafel.
Weitere Möglichkeiten sind Beetflächen für Selbstversorger, Gemeinschaftsgärten mit Workshops, oder Orte mit Bühnen für Konzerte und Lesungen. Viele Ideen lassen sich mit dem Kleingartengesetz vereinbaren, manchmal müssen Flächen umgewidmet oder Satzungen geändert werden.



