Der schreckliche Begleiter: Krebs – die Geschichte einer Krankheit
Vor 2500 Jahren erhielt er seinen Namen. Doch wirklich verstanden hat die Menschheit den Krebs erst im 19. Jahrhundert. Ein Überblick von der griechischen Antike bis heute.
Was ihn auf die Idee gebracht hat, können wir nur vermuten. Aber der Name „Karkinos“ („Krebs“), den der griechische Arzt Hippokrates vergeben haben soll, hat enorme Karriere gemacht. Seit 2500 Jahren bezeichnen wir damit eine Krankheit, die in ihren vielfältigen Ausformungen das Leben unzähliger Menschen prägt und für viele Tausende Todesfälle jedes Jahr verantwortlich ist – auch wenn Krebs heute wesentlich besser behandelt werden kann als früher. Seit langer Zeit begleitet er die Menschheit auf schreckliche Weise.
Die ersten schriftlichen Aufzeichnungen über Krebs stammen aus dem alten Ägypten, rund 1500 v. Chr. Im Papyrus Edwin Smith werden Brusttumore beschrieben, für die es keine Behandlung gab. Hippokrates, der als Vater der Medizin gilt, prägte dann den Begriff „Karkinos“. Er glaubte, dass Krebs durch ein Ungleichgewicht der vier Körpersäfte (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) entsteht. Diese Theorie hielt sich über Jahrhunderte.
Im Mittelalter und in der Renaissance blieb das Verständnis rudimentär. Erst im 19. Jahrhundert gelang der Durchbruch: Der deutsche Pathologe Rudolf Virchow erkannte, dass Krebs aus Zellen entsteht, die sich unkontrolliert teilen. Mit der Entwicklung der Mikroskopie und der Zellbiologie begann die moderne Krebsforschung. Heute sind wir in der Lage, viele Krebsarten früh zu erkennen und gezielt zu behandeln – doch die Krankheit bleibt eine der größten medizinischen Herausforderungen.



