Vor genau einem Jahr erschütterte die Nachricht vom Tod der Extrembergsteigerin Laura Dahlmeier die Alpinszene. Die 34-Jährige verunglückte am Laila Peak im Karakorum in Pakistan tödlich. Ihr Kollege Lukas Wörle, der selbst als erfahrener Alpinist gilt, erinnert sich im Interview mit dem Tagesspiegel an den Moment, als er von dem Unglück erfuhr.
Die Nachricht erreichte ihn im Basislager
„Wir waren gerade selbst in Pakistan und abgeschnitten von der Außenwelt – auf einer Erstbesteigung im Shimshal-Tal“, berichtet Wörle. „Meine Freundin hat mir über Satellit geschrieben, dass es am Laila Peak diesen Unfall gab. Es war wirklich nur ein Einzeiler: Laura Dahlmeier ist am Laila Peak gestorben. Keine Details, keine weiteren Informationen.“ Dieser Moment habe ihn zutiefst erschüttert, denn Dahlmeier war nicht nur eine Kollegin, sondern auch eine enge Freundin.
Die neue Dokumentation „Am Ende ist Bergsteigen eine Wahrscheinlichkeitsrechnung“ beleuchtet Dahlmeiers letzte Expedition und die Umstände ihres Todes. Wörle, der an der Doku mitwirkte, betont die schwierigen Entscheidungen, die Bergsteiger immer wieder treffen müssen: „Am Ende ist Bergsteigen eine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Man wägt Risiken ab, aber der Berg hat immer das letzte Wort.“
Die Risiken des Extrembergsteigens
Dahlmeier galt als eine der profiliertesten Extrembergsteigerinnen ihrer Generation. Sie bestieg mehrere Achttausender, darunter den Mount Everest und den K2. Ihr Tod am Laila Peak (6.600 Meter) war ein Schock für die gesamte Alpingemeinschaft. Wörle erklärt, dass selbst erfahrene Bergsteiger wie Dahlmeier sich der Gefahren bewusst seien, aber dennoch das Risiko eingehen: „Es ist eine Leidenschaft, die einen antreibt, aber sie fordert auch ihren Tribut.“
Die Dokumentation zeigt nicht nur Dahlmeiers letzte Stunden, sondern auch die Reaktionen ihrer Weggefährten. Wörle ist fassungslos über den Verlust: „Laura war eine der Besten. Ihr Tod hinterlässt eine Lücke, die kaum zu füllen ist.“ Er hofft, dass die Doku dazu beiträgt, ihr Andenken zu bewahren und gleichzeitig die Risiken des Bergsteigens zu thematisieren.
Ein Jahr danach: Erinnerungen und Mahnung
Der Jahrestag von Dahlmeiers Tod ist für Wörle eine Gelegenheit, innezuhalten. „Man denkt immer wieder an die Momente, die man gemeinsam erlebt hat. Laura war voller Energie und Lebensfreude. Das macht ihren Verlust noch schwerer.“ Er appelliert an junge Bergsteiger, die Risiken nicht zu unterschätzen: „Die Berge sind kein Spielplatz. Man muss Demut bewahren.“
Die Dokumentation ist ab sofort auf ServusTV abrufbar. Sie enthält exklusive Aufnahmen und Interviews, die das Erlebte aus erster Hand schildern. Wörle hofft, dass die Zuschauer einen Einblick in die Welt des Extrembergsteigens bekommen und die Entscheidungen verstehen, die Alpinisten wie Laura Dahlmeier treffen mussten.



