Leserbriefe: Gewalt an Schulen, Eichenprozessionsspinner und Baustellenchaos
Leserbriefe: Gewalt an Schulen, Eichenprozessionsspinner, Baustellen

In einer aktuellen Ausgabe der Berliner Morgenpost greifen Leserbriefe drei drängende Berliner Themen auf: die anhaltende Gewalt an Schulen, die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners und das allgegenwärtige Baustellenchaos. Die Zuschriften spiegeln den Unmut der Bürger über mangelnde Problemlösungen wider.

Schulgewalt: Seit 20 Jahren bekannt, aber ungelöst

Detlef Ritter kritisiert die neue Schulstudie, die ein erschreckendes Ausmaß von Gewalt belegt. Er fragt: „Was ist an dieser weiteren, sicher recht hochpreisigen Studie neu? Seit nunmehr 20 Jahren sind sämtliche Probleme bekannt.“ Ritter bemängelt, dass trotz Brandbriefen keine Fortschritte erzielt wurden. Stattdessen habe sich die Gewalt verstetigt, parallel zum gesellschaftlichen Abbau von Hemmschwellen und Verlust von Respekt. Er nennt Migration und Integration als unangenehme, aber notwendige Stichworte. Seine Forderung: „Statt in weitere sinnfreie Studien sollte das Geld lieber in Lösungen investiert werden.“

Bossing durch Schulleitungen: Ein vernachlässigter Aspekt

Heidrun Quandt, Vorsitzende des VBE Neukölln, ergänzt einen oft übersehenen Punkt: Bossing durch Schulleitungen und Mobbing innerhalb der Lehrerschaft. Seit der Einführung des Konzepts „Schule in erweiterter Verantwortung“ hätten sich Schulleitungen zu Dienstvorgesetzten entwickelt, die sich „wie Tyrannen“ aufführten. Bei Beschwerden reagiere die Schulaufsicht nicht angemessen, trotz bestehender Ausführungsvorschriften und Fürsorgepflicht. Die Folgen seien physische und psychische Erkrankungen bei Lehrkräften. „Als Arbeitgeber ist die Bildungsverwaltung verpflichtet, gegen Mobbing und Bossing vorzugehen, schaut aber offensichtlich lieber weg“, so Quandt.

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Eichenprozessionsspinner: Plage ohne wirksames Konzept

Dietmar Astfalk äußert sich ungehalten über den Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner. Er bezeichnet die Rede von einem „Kampf“ als übertrieben. Es sei unverständlich, warum es kein Konzept gegen diese Plage gebe. Er berichtet von einem ersten betroffenen Dorffriedhof im Umland, während Kinderspielplätze, Parkanlagen und ganze Straßenzüge gesperrt würden. „Das Leben der Bürger wird eingeschränkt, und jeder fragt sich: Soll das ewig so weitergehen?“, so Astfalk. Er verweist auf die aufgegebene Bekämpfung der Miniermotten bei Kastanien, die aber keine Menschen gefährdeten.

Baustellenchaos und rücksichtslose Radfahrer: Zwei Berliner Dauerprobleme

Alexander Tettenborn greift das Baustellenchaos und rücksichtslose Radfahrer auf. Er erwähnt den seit Januar 2026 tätigen Baustellenkoordinator Jörg Seegers, dessen Effekte noch nicht sichtbar seien. Als Beispiel nennt er die Baustelle Lietzenburger/Nürnberger Straße für einen U-Bahn-Aufzug: drei Jahre Bauzeit plus ein halbes Jahr bis zur Freigabe einer bereits markierten Straße. Zu Radfahrern und E-Scootern betont er die Gefahr für beide Seiten: „Wenn man die Straße wechseln oder einem Hund ausweichen will, kann es zu einem Zusammenstoß kommen.“ Er weist auf strafrechtliche Konsequenzen hin: fahrlässige Körperverletzung (§229 StGB) oder fahrlässige Tötung (§222 StGB) könnten mit hohen Freiheitsstrafen geahndet werden. Tettenborn schlägt ein Vorbild aus Frankreich vor: 130 Euro Bußgeld für das Fahren auf dem Bürgersteig. „Seitdem kann man wieder gefahrlos in Paris flanieren. Das täte nicht nur Berlin gut“, schließt er.

Die Redaktion der Berliner Morgenpost betont, dass die Leserbriefe die Meinung der Leser widerspiegeln, nicht die der Redaktion. Aufgrund der großen Anzahl an Zuschriften könne nicht jede veröffentlicht oder beantwortet werden.

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