Das Sommerbad Neukölln bleibt weiterhin geschlossen. Grund ist eine Panne bei der Bestellung von Aktivkohle für die Wasserfilter. Vermeidbar, meint ein Leser. Die Berliner Morgenpost veröffentlicht eine Auswahl an Leserbriefen zu aktuellen Themen.
Illegale Waffen: Kampfansage oder Lachnummer?
Zum Artikel „Wie Berlin dem illegalen Waffenbesitz den Kampf ansagen will“ vom 15. Juni schreibt Thomas K. per E-Mail: „Wenn Clans und die Organisierte Kriminalität diesen Beitrag lesen, werden sie in schallendes Gelächter ausbrechen. Wie viele Kriminelle sind dafür verurteilt und sitzen für fünf Jahre in Haft? Es würde völlig ausreichen, den derzeitigen Strafrahmen konsequent anzuwenden. Aber viele standen sicher unter Drogen/Alkohol oder sind psychisch labil oder, oder. Da kann man sich dann über eine Bewährungsstrafe erfreuen und munter weitermachen.“
Verkehrsberuhigung: Schlaglöcher als Prävention?
Zum Artikel „Dämpfer für Verkehrsberuhigung an Berliner Stadtgrenze: Gericht weist Klage ab“ vom 12. Juni äußert sich Ullrich Herzau per E-Mail: „Die wohl beste Präventivmaßnahme beim Thema Verkehrsberuhigung und auch ein echtes Tempo 30 da durchzusetzen, wo es absolut sinnvoll ist, ist es wohl, Straßen nicht mehr zu sanieren und auch das ein oder andere Schlagloch einmal unsaniert zu belassen. Ich beobachte die Situation seit Jahren im Süden der Stadt in der Groß-Ziethener Straße. An die hier erlaubten 50 km/h hält sich gefühlt niemand mehr, und auf dem kurzen Stück wird schwachsinniger- und höchst gefährlicherweise nicht selten mit 80 km/h und mehr an die Kreuzungsampel gerast. Ob diese nun rot oder grün ist, spielt keine Rolle. Auch in der Kruckenbergstraße in Mariendorf fällt mir notorische Raserei immer öfter auf. Und dass hier Tempo 30 gilt, scheint immer weniger zu interessieren. Im Endeffekt ja nicht einmal die Polizei. Sonst würde an solchen Orten ja öfter einmal ein Blitzer stehen. Gefallen tut mir, dass es immer mehr Initiativen und Aktionen gibt, die Straßen temporär zu Spielstraßen machen. So gesehen gerade in der dafür voll gesperrten Körtingstraße, ebenfalls in Mariendorf. Es braucht eben nur die Initiative des Souveräns dafür, und das sind und bleiben engagierte Bürgerinnen und Bürger.“
Antisemitismus: Eine Frage der Definition?
Zum Artikel „24 antisemitische Vorfälle pro Tag: Juden in Deutschland sind Zielscheibe für Hass“ vom 17. Juni schreibt Siegfried Werth per E-Mail: „Ich bedauere es sehr, dass sich Juden in Berlin und Deutschland nicht mehr sicher fühlen. Leider kommen die Angriffe nicht nur seitens der muslimischen Bevölkerung, sondern auch von dummen Deutschstämmigen, die scheinbar in der Schule nicht aufgepasst haben. Ich habe nichts gegen Juden, genauso wenig, wie ich etwas gegen Katholiken habe. Aber ich finde es nicht richtig, wie sich Netanjahu jetzt verhält. Dass man nach dem Oktober 2023 die Hamas, damit Palästina, angreift, wird jeder verstehen. Die Palästinenser hätten diesen ‚Krieg‘ sofort beenden können, wenn sie die Geisel und eventuell auch die Hamas-Kämpfer sofort ausgeliefert hätten. Jetzt sind die Geiseln, tot oder lebendig, wieder zurückgeführt worden. Die Hamas-Kämpfer gibt es immer noch. Bloß rechtfertigt es nicht, dass ‚Israel‘ die Zivilbevölkerung so leiden lässt. Das verstößt nicht nur gegen jegliche Konventionen, sondern es ist unmenschlich, wie Israel besonders Kinder und Frauen leiden lässt. Aus der Logik bin ich negativ gegen Netanjahu, der ja von den Israelis mehrheitlich unterstützt wird, eingestellt. Bin ich deswegen ein Antisemit? Ich sage Nein! Bloß, wie soll man das in Ihrer Berichterstattung unterscheiden können?“
Sommerbad Neukölln: „Jemand hat seinen Job nicht gemacht“
Zum Artikel „Sommerbad in Neukölln bleibt zu – Absurde Posse ausgerechnet zur Mega-Hitze“ vom 18. Juni schreibt Dietmar Astfalk per E-Mail: „Na, das haben die Bäder-Betriebe ja wieder sauber hinbekommen. Der Grund für die jüngste Panne, die Wiedereröffnung des Neuköllner Sommerbades zu verschieben, war ‚ein fehlerhafter Bestellprozess‘. Hier hat einfach jemand schlichtweg seinen Job nicht gemacht. Bei Stilllegungen von Bädern, weil sich die Reparaturen plötzlich nicht mehr lohnen, sind die Bäder-Betriebe besser aufgestellt, das klappt hervorragend. Benötigte Aktivkohle, nicht etwa ein plötzlich explodiertes Gerät, rechtzeitig heranzuschaffen, stellt den Betrieb vor unlösbare Aufgaben. Eine Erfolgsgeschichte sieht anders aus.“
Neue S15: Feierstimmung im Westen?
Zum Artikel „Berlin feiert neue S15 zum Hauptbahnhof – diese Premiere ist erst der Anfang“ vom 15. Juni schreibt Klaus Wollschläger per E-Mail: „Berlin (Wer ist Berlin?) feiert eine neue Minilinie der S-Bahn? Gleichzeitig verliert der Bahnhof Spandau massiv an Bedeutung und zwingt Berlins Bürger im Westen der Stadt erst mal, zum Hauptbahnhof zu fahren, um weiterzukommen. Analog zur ‚RBB-Abendschau‘ versinken sämtliche West-Bezirke in Bedeutungslosigkeit – und Mitte, Friedrichshain, Pankow und Prenzlauer Berg werden täglich beworben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!“
TU Berlin: Studium der Hausinspektion?
Zum Artikel „Marode Gebäude der TU Berlin: Jetzt drohen wohl noch weitere Schließungen“ vom 15. Juni schreibt Jürgen Tramburg per E-Mail: „Was ist das für eine Technische Universität, die ihre eigenen Häuser so verkommen lässt? Was lernen denn die Studenten? Kann man denn nicht einen Studiengang Hausinspektion einrichten, in dem die Studierenden ihr eigenes Haus inspizieren und dabei etwas lernen und der vor allem Kosten spart? Ich vermute, das Ganze hat System, so muss der Senat weitere Gelder lockermachen. Häuser leer stehen lassen, andere neu bauen und immer jammern, es fehlt an Geld. Nun haben wir ja ein Sondervermögen – und die Technische Universität wird sicherlich genug davon bekommen. In dieser Uni sollten Techniker ausgebildet werden, die solche Mängel erkennen müssten.“



