Sommerferien: Zahl der ausgesetzten Tiere in Berlin steigt drastisch
Mehr ausgesetzte Tiere in Berliner Sommerferien

Mit dem Beginn der Sommerferien in Berlin steigt die Zahl der ausgesetzten Haustiere jedes Jahr dramatisch an. Der Tierschutzverein für Berlin (TVB) appelliert an alle Tierhalter, ihre Verantwortung ernst zu nehmen und rechtzeitig für eine sichere Betreuung zu sorgen. Im vergangenen Jahr wurden während der Ferienzeit rund 300 Tiere ausgesetzt – die traurige Spitzenreiter waren Katzen und Kaninchen, aber auch Hunde wurden oft angebunden oder hilflos zurückgelassen.

Hintergrund: Warum werden Tiere ausgesetzt?

Viele Berlinerinnen und Berliner planen ihren Urlaub, ohne an die Versorgung ihrer Haustiere zu denken. Statt rechtzeitig eine Unterbringung zu organisieren, setzen manche ihre Tiere einfach aus – in Kartons, Plastikboxen, Taschen oder anderen Behältern. Die Fundorte sind vielfältig: Parkplätze, Straßenränder, Parks, Hauseingänge oder abgelegene Waldstücke. „Wer ein Tier bei sich aufnimmt, übernimmt ein Tierleben lang Verantwortung dafür. Das beinhaltet auch eine passende Unterbringung, wenn man ohne Tier in den Urlaub fährt“, betont Eva Rönspieß, Vorstandsvorsitzende des Tierschutzvereins für Berlin.

Rechtliche Konsequenzen und Appell an die Bevölkerung

Das Aussetzen von Tieren ist kein Kavaliersdelikt, sondern in Deutschland gesetzlich verboten. Wer ein Tier zurücklässt und es dadurch Angst, Schmerzen, Leiden oder Schäden aussetzt, muss mit einem Bußgeld rechnen. In besonders schweren Fällen kann es sogar als Tierquälerei eingestuft werden. Der TVB bittet daher alle Berliner, in den kommenden Wochen besonders aufmerksam zu sein und Tieren in akuter Notlage zu helfen. „Wer sich rechtzeitig um eine adäquate Versorgung kümmert, kann entspannt verreisen“, so Rönspieß.

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Hilfsangebote für gefundene Tiere

Gefundene Haustiere können bei der amtlichen Tiersammelstelle im Tierheim Berlin unter der Rufnummer 030 76 888-200 oder -201 gemeldet werden. Bei verletzten oder hilfsbedürftigen Wildtieren sowie bei Fragen zu Stadttauben und Wildvögeln ist das Wildtiertelefon unter 030 5 168 168 erreichbar. Der Tierschutzverein hofft, dass durch mehr Aufmerksamkeit und verantwortungsvolles Handeln die Zahl der ausgesetzten Tiere in diesem Sommer sinkt.

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