Chicago – Ex-US-Präsident Barack Obama (64) hat am Donnerstag sein „Obama Presidential Center“ in Chicago eingeweiht – und dafür das Who’s Who aus Politik, Showbusiness und Gesellschaft um sich versammelt. Sogar Altkanzlerin Angela Merkel (71) kam. Doch der Moment, der vielen besonders naheging, hatte nichts mit Glamour oder Macht zu tun – sondern mit Liebe: Es war Ex-First-Lady Michelle Obama (62), die für den emotionalsten Moment der Veranstaltung sorgte.
Eine bewegende Rede
In einer emotionalen und liebevollen Rede (fast 21 Minuten!) würdigte Michelle ihren Mann mit den Worten: „Du hast mir vor all den Jahren gesagt, dass du mir nicht die Welt versprechen könntest, wohl aber ein interessantes Leben, und natürlich hast du dich selbst übertroffen und es geschafft, mir beides zu geben.“ Obama lauschte der Rede sichtlich gerührt, kämpfte mit seinen Emotionen und fasste sich ans Auge. „Es war eine Ehre, an deiner Seite zu sein. Du hast aus mir einen besseren Menschen gemacht und warst uns allen ein Beispiel, dass wir danach streben sollten, dir nachzueifern.“ Als Michelle von den „unerschütterlichen Werten“ sprach, die ihr Mann für sie verkörpert („Gleichheit, Empathie, Ehrlichkeit, Inklusion, Fairness“), wischte sich der Ex-Präsident verdächtig über das untere Augenlid. Der Fotograf hielt den Moment fest, als Barack Obama die Tränen kamen.
Familie an seiner Seite
Für Barack Obama dürfte die Eröffnung seines Präsidenten-Centers nach fünf Jahren Bauzeit etwas ganz Besonderes gewesen sein – nicht nur, weil er sich damit ein Denkmal gesetzt hat, sondern auch, weil neben Michelle die gemeinsamen Töchter Sasha (25) und Malia (27) an seiner Seite waren. Aus den kleinen Mädchen, die 2009 ins Weiße Haus einzogen, sind erwachsene Frauen geworden, die ihren eigenen Weg gehen und das Rampenlicht eigentlich meiden. Die Jahre im Weißen Haus waren nicht nur für den Politiker, sondern auch für seine Familie eine besondere wie herausfordernde Zeit. Seine Frau Michelle, mit der er seit 33 Jahren verheiratet ist, stand in den acht Jahren seiner Präsidentschaft (2009 bis 2017) immer an seiner Seite. Gemeinsam überstand das Paar viele Hürden – auch solche, die die Ehe belastet haben.
Prominente Gäste
Neben der Familie versammelte sich eine Vielzahl von Stars aus Politik und Unterhaltung. Im Publikum saßen drei andere Ex-US-Präsidenten – Bill Clinton (79), Joe Biden (83) und George W. Bush (79) – sowie Ex-Vizepräsidentin Kamala Harris (61). Auch Altkanzlerin Angela Merkel wurde auf der großen Bühne begrüßt. Musikalisch sorgten Christina Aguilera (45), Bruce Springsteen (76), Stevie Wonder (76), John Legend (47), Eddie Vedder (61) und Marc Anthony (57) für Highlights. Christina Aguilera sang „What a Wonderful World“, John Legend performte seinen Oscar-prämierten Song „Glory“ aus dem Film „Selma“. Weitere Gäste waren unter anderem Tom Hanks, Oprah Winfrey, Steven Spielberg und Justin Trudeau.
Das Obama Presidential Center
Herzstück des Obama Presidential Centers ist der futuristische Museumsturm mit Ausstellungen über Obamas Präsidentschaft – inklusive einer Nachbildung des Oval Offices. Ein großes und wichtiges Thema ist auch die Bürgerrechtsbewegung. Das Obama Center erstreckt sich über ein 19 Hektar großes Gelände im historischen Jackson Park auf der South Side von Chicago. Zum weitläufigen Campus gehören auch ein Demokratie-Museum, eine Bibliothek, ein Women’s Garden zu Ehren weiblicher Führungspersönlichkeiten des Bundesstaates Illinois sowie ein kleiner See mit Spazierweg. Außerdem verfügt das Gelände über einen Basketballplatz. Das Center soll rund 850 Millionen US-Dollar gekostet haben. Finanziert wurde es nicht wie klassische Präsidentenbibliotheken komplett vom Staat, sondern vor allem über die private Obama Foundation – also Spenden und Stiftungsgelder. Der Bau war nicht unumstritten. Standort, Kosten, Baufolgen und Auswirkungen auf die Nachbarschaft waren lange Thema. Ein Ticket für Erwachsene kostet umgerechnet etwas über 26 Euro.



