Wann mäkeliges Essverhalten bei Kindern zum Warnsignal wird
Viele Mädchen und Jungen mögen bestimmte Lebensmittel nicht. Das wächst sich oft aus, kann aber in eine Essstörung übergehen. Wie Eltern die Warnzeichen erkennen und richtig mit ihren Kids darüber sprechen.
Als Arne Bredemeyer elf Jahre alt war, mochte er wie viele Kinder Hamburger, aber nur ohne Soße. Statt Butter wollte er Frischkäse aufs Brot, und das musste Vollkorn sein. Weiße Brötchen aß er nicht, auch keinen Käse, keinen Fruchtjoghurt, und so gut wie nie Süßigkeiten. Gemüse ging, aber gerne nur Kohlrabi und Tomaten. „Ich wollte oft nur die gleichen Sachen essen“, erinnert sich Arne, der heute 25 Jahre alt ist. An Kindergeburtstagen oder Familienfeiern habe er oft Extra-Essen bekommen. „War nichts dabei, was ich mochte, habe ich auf stur geschaltet und nichts gegessen.“
Dieses Verhalten ist typisch für viele Kinder. Doch wann wird aus einer Phase eine ernsthafte Störung? Experten warnen: Wenn das Essverhalten zu sozialem Rückzug führt oder die körperliche Entwicklung beeinträchtigt, sollten Eltern hellhörig werden.
Warnsignale erkennen
Zu den Warnsignalen gehören starke Gewichtsabnahme, Vermeidung ganzer Lebensmittelgruppen, Angst vor neuen Speisen oder zwanghaftes Kauen. Auch wenn das Kind nur noch bestimmte Marken oder Zubereitungen akzeptiert, kann das ein Zeichen sein.
Richtiger Umgang
Eltern sollten nicht Druck ausüben, sondern Verständnis zeigen. Gemeinsames Kochen und spielerisches Probieren können helfen. Bei anhaltenden Problemen ist professionelle Unterstützung ratsam.



