Müll in Berlin Wedding: Anwohner nennen Lage „schrecklich“ und „deprimierend“
Müll in Berlin Wedding: Anwohner schockiert

Raffael Zinser lebt im Sprengelkiez im Berliner Wedding. Gemeinsam mit engagierten Nachbarn sammelt er regelmäßig Müll im Kiez ein. Die Situation beschreibt er als „schrecklich“ und „deprimierend“. Ein Spaziergang durch den Stadtteil offenbart das Ausmaß des Problems: Von achtlos entsorgtem Sperrmüll bis hin zu überfüllten öffentlichen Mülleimern – die Verschmutzung ist allgegenwärtig.

Anwohner klagen über zunehmende Vermüllung

Im Sprengelkiez, einem beliebten Wohnviertel im Wedding, häufen sich die Beschwerden über illegal abgelagerten Müll. Große Gegenstände wie alte Möbel, Matratzen oder Elektrogeräte werden einfach auf der Straße oder neben Containern abgestellt. „Es wird immer schlimmer“, sagt Zinser. Die regelmäßigen Aufräumaktionen der Anwohner könnten das Problem nur kurzfristig lindern. „Wir sammeln Tonnen von Müll, aber nach ein paar Tagen sieht es wieder genauso aus.“

Ursachen und Forderungen

Die Anwohner machen vor allem die steigende Anzahl von Sperrmüll-Terminen und die mangelnde Kontrolle durch die Stadtreinigung verantwortlich. „Die Berliner Stadtreinigung (BSR) kommt viel zu selten“, kritisiert ein weiterer Anwohner. Zudem fehle es an ausreichend großen Müllcontainern für Mehrfamilienhäuser. Die Bürger fordern mehr Präsenz von Ordnungsamt und BSR sowie höhere Bußgelder für Müllsünder. „Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit für die Nachlässigkeit weniger zahlt“, so Zinser.

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Positive Beispiele trotz Müllflut

Trotz der deprimierenden Lage gibt es auch Lichtblicke: Immer mehr Nachbarn schließen sich zu Initiativen zusammen, um ihren Kiez sauber zu halten. „Das Engagement ist groß, aber es darf nicht auf dem Rücken der Freiwilligen ausgetragen werden“, betont Zinser. Die Gruppe organisiert regelmäßige Müllsammel-Aktionen und informiert über richtige Entsorgung. Auch die Bezirksverwaltung hat reagiert und zusätzliche Müllbehälter aufgestellt. Doch die Anwohner sehen noch viel Handlungsbedarf.

Politiker im Wahlkampf angezählt

Das Müllproblem ist längst zum Wahlkampfthema geworden. Im Bezirk Mitte, zu dem der Wedding gehört, fordern Parteien aller Couleur eine Kehrtwende. „Es braucht eine Null-Toleranz-Politik gegenüber illegalem Müll“, so ein Sprecher der Grünen. Die CDU setzt auf mehr Videoüberwachung an Brennpunkten, die SPD will die BSR personell aufstocken. Die Anwohner hoffen, dass die Versprechen nach der Wahl nicht verpuffen. „Wir brauchen Taten, keine Worte“, sagt Zinser abschließend.

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