Die Kabarettistin Monika Gruber hat in einem exklusiven Interview mit unserer Redaktion deutliche Kritik an der CSU und der AfD geübt. Sie warf der CSU vor, sich in der Migrationspolitik zu sehr an den rechten Rand anzunähern, und bezeichnete die AfD als „eine Gefahr für die Demokratie“. Gruber, die aus Bad Wörishofen stammt, sprach sich zudem für ein entschlosseneres Vorgehen gegen Rechtsextremismus aus.
Grubers Kritik an der CSU
„Die CSU versucht, mit der Angst der Menschen zu spielen, und das ist brandgefährlich“, sagte Gruber im Interview. Sie kritisierte insbesondere die jüngsten Äußerungen von CSU-Politikern zur Migrationspolitik, die ihrer Meinung nach zu weit gingen. „Wenn man beginnt, die gleichen Worte wie die AfD zu verwenden, dann hat man schon verloren“, so die 52-Jährige weiter.
Gruber betonte, dass sie sich eine klare Abgrenzung von der CSU wünsche. „Ich erwarte von einer Volkspartei, dass sie sich klar gegen rechts positioniert und nicht versucht, diese Wähler mit populistischen Parolen zu ködern.“ Die Kabarettistin forderte die CSU auf, zu ihren konservativen Werten zurückzukehren, ohne dabei dem rechten Rand hinterherzulaufen.
AfD als Gefahr für die Demokratie
Besonders hart ging Gruber mit der AfD ins Gericht. „Die AfD ist eine Gefahr für unsere Demokratie. Sie schürt Hass und spaltet die Gesellschaft“, erklärte sie. Sie rief alle demokratischen Parteien dazu auf, geschlossen gegen die AfD vorzugehen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass diese Partei sich als Opfer inszeniert und die demokratischen Grundwerte untergräbt.“
Die Kabarettistin, die für ihre pointierten und oft politischen Programme bekannt ist, betonte, dass Humor ein wichtiges Mittel im Kampf gegen Rechts sein könne. „Man muss die Dinge beim Namen nennen, auch wenn es unbequem ist. Die Demokratie braucht Menschen, die aufstehen und Haltung zeigen.“
Reaktionen und Kontext
Die Äußerungen Grubers kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte über den Umgang mit der AfD in Deutschland intensiv geführt wird. Erst kürzlich hatte sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Rede für eine klare Abgrenzung von der AfD ausgesprochen. Gruber sieht sich mit ihrer Kritik in einer Reihe mit vielen Künstlern und Intellektuellen, die sich gegen Rechtsextremismus engagieren.
In der CSU stießen Grubers Aussagen auf Kritik. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wies die Vorwürfe zurück und betonte, die CSU stehe für eine „ordentliche und humane“ Migrationspolitik. Die AfD erklärte, man nehme die Kritik „mit Gelassenheit“ zur Kenntnis.
Hintergrund: Monika Grubers Engagement
Monika Gruber, Jahrgang 1971, ist eine der bekanntesten Kabarettistinnen Bayerns. Sie wurde durch ihre Auftritte in der „Lach- und Schießgesellschaft“ und ihre Soloprogramme wie „Weihnachten mit Monika Gruber“ bekannt. In den letzten Jahren hat sie sich vermehrt politisch geäußert, insbesondere in ihrem Programm „Böse“ von 2022, in dem sie sich kritisch mit der Politik der CSU auseinandersetzte.
Grubers Kritik an der CSU ist nicht neu. Bereits 2018 hatte sie in einem Interview gesagt, dass sie „mit der CSU nicht mehr viel anfangen kann“. Ihre jetzigen Aussagen dürften die Diskussion über die Rolle der CSU im politischen Spektrum weiter anheizen.
Die Kabarettistin kündigte an, auch in Zukunft politisch Stellung zu beziehen. „Ich werde nicht aufhören, meine Meinung zu sagen, solange ich das Gefühl habe, dass unsere Demokratie in Gefahr ist“, sagte sie abschließend.



