Narzissmus bei Kindern: Psychologin warnt vor Erziehungsfallen
Narzissmus bei Kindern: Psychologin warnt vor Fallen

Narzissmus zeigt sich nicht nur in verschiedenen Typen der Persönlichkeitsstörung, sondern auch je nach Altersgruppe unterschiedlich. Eine US-amerikanische Studie aus dem Jahr 2019 belegte, dass sich narzisstische Züge in der Lebensmitte häufig zuspitzen und im Alter wieder nachlassen. Die Berliner Diplom-Psychologin und Psychotherapeutin Lisa Zimmermann erklärt, dass Hormone und Beziehungen maßgeblich die Ausprägung narzisstischer Symptome beeinflussen.

Wie Erziehung Narzissmus fördert

Eltern können unbewusst narzisstisches Verhalten bei ihren Kindern begünstigen. „Aussagen wie ‚Du bist perfekt‘ oder übermäßiges Lob ohne Bezug zur Realität können dazu führen, dass Kinder ein überhöhtes Selbstbild entwickeln“, warnt Zimmermann. Stattdessen sollten Eltern konstruktives Feedback geben und echte Leistungen anerkennen. Auch ein Mangel an Grenzen und Konsequenzen kann narzisstische Strukturen verstärken.

Narzissmus in verschiedenen Lebensphasen

Die Symptome variieren je nach Alter. Bei Jugendlichen äußert sich Narzissmus oft durch übertriebenes Geltungsbedürfnis und mangelnde Empathie. Im Erwachsenenalter können beruflicher Erfolg oder Machtpositionen das Verhalten verstärken. „In der Lebensmitte, wenn viele mit beruflichem Druck und Familienverantwortung kämpfen, kann Narzissmus als Bewältigungsstrategie dienen“, so die Psychologin. Mit zunehmendem Alter lassen die Symptome häufig nach, da soziale Beziehungen und Reflexion an Bedeutung gewinnen.

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Rolle der Hormone und Gesellschaft

Hormonelle Veränderungen, etwa in der Pubertät oder in den Wechseljahren, können narzisstische Züge verstärken. Auch gesellschaftlicher Druck, etwa durch soziale Medien, fördert eine übermäßige Selbstinszenierung. „Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für die Botschaft, dass sie stets perfekt sein müssen“, betont Zimmermann. Eltern sollten daher ein realistisches Selbstwertgefühl fördern und Medienkompetenz vermitteln.

Warnzeichen erkennen und handeln

Eltern sollten auf Anzeichen wie mangelnde Empathie, übermäßiges Lobbedürfnis oder Schwierigkeiten mit Kritik achten. „Wenn ein Kind ständig im Mittelpunkt stehen muss oder andere herabsetzt, kann das ein Hinweis auf narzisstische Tendenzen sein“, erklärt die Expertin. In solchen Fällen sei es wichtig, regulierend einzugreifen und gegebenenfalls professionelle Hilfe zu suchen. Eine frühzeitige Intervention könne langfristige negative Auswirkungen verhindern.

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