Deutschland will deutlich mehr Gas und Öl aus Aserbaidschan importieren. Das erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) am Dienstag nach einem Treffen mit dem aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew im Kanzleramt. Man habe „die Möglichkeiten für einen noch größeren Bezug von Gas aus Aserbaidschan erörtert“, so Merz.
Aserbaidschan bietet höhere Liefermengen an
Alijew betonte, dass sein Land bereit sei, deutlich mehr als bisher zu liefern. Der bestehende zehnjährige Vertrag sehe die Lieferung von 1,5 Milliarden Kubikmetern Erdgas pro Jahr vor. „Wir brauchen jetzt neue Verbindungen, neue Pipelines. Dafür brauchen wir auch Mittel, Investitionen“, sagte Alijew. Er forderte die EU und europäische Banken auf, die Finanzierung dafür bereitzustellen. Es gebe ein Zögern, weil Banken vor allem „grüne Projekte“ fördern wollten. Das sei auch wichtig, aber angesichts der Unsicherheit der Lieferungen von russischem Öl und Gas sowie des Iran-Kriegs sei die Suche nach alternativen Lieferanten für Europa essenziell.
Deutschland sucht Alternativen zu Russland
„Seitdem wir vor viereinhalb Jahren die Gaslieferungen aus Russland gestoppt haben, suchen wir natürlich nach neuen Bezugsquellen“, sagte Merz. „Hier spielt Aserbaidschan eine wichtige Rolle.“ Gerade Öllieferungen aus dem Land im Südkaukasus könnten für den Süden Deutschlands bedeutend sein. Alijew ergänzte, dass für größere Volumina die Infrastruktur Richtung Europa ausgebaut werden müsse. Dazu bedürfe es neuer Anfragen von Unternehmen über den bestehenden Vertrag hinaus.



