Ein American Staffordshire Terrier hat in Drosa (Sachsen-Anhalt) die vierjährige Matilda totgebissen. Der Fall entfacht erneut die Diskussion über gefährliche Hunde in Deutschland. Aktuelle Zahlen des Landwirtschaftsministeriums Nordrhein-Westfalen zeigen, welche Rassen besonders häufig zubeißen.
Große Hunde führen die Bissstatistik an
Laut den im Mai veröffentlichten Daten des Ministeriums gab es 2025 in NRW insgesamt 1093 Beißvorfälle durch „große Hunde“ – definiert als Hunde ab 40 Zentimeter Schulterhöhe oder 20 Kilogramm Gewicht. Diese Gruppe umfasst Rassen wie den Deutschen Schäferhund. Im Gegensatz dazu wurden nur 22 Vorfälle durch „gefährliche Hunde“ (etwa Pitbull Terrier und American Staffordshire) und 33 durch „Hunde bestimmter Rassen“ (wie Rottweiler und American Bulldog) gemeldet.
Auf den ersten Blick scheinen große Hunde die größte Gefahr darzustellen. Allerdings relativiert sich das Bild, wenn man die Bisse ins Verhältnis zur Gesamtzahl der Hunde setzt. In NRW lebten 2025 rund 612.000 große Hunde, aber nur 5893 gefährliche Hunde und 7867 Hunde bestimmter Rassen.
Pitbull Terrier haben die höchste relative Beißhäufigkeit
Die relative Beißhäufigkeit – also die Anzahl der Beißvorfälle pro 100 Hunde – offenbart ein anderes Bild. Im Jahr 2025 erreichten Pitbull Terrier mit 1,96 Prozent den Spitzenwert: Bei 357 registrierten Tieren gab es sieben Beißvorfälle mit verletzten Menschen. Über einen Zehn-Jahres-Zeitraum liegt der Durchschnitt bei 0,66 Prozent, ebenfalls der höchste Wert unter den gefährlichen Hunden in NRW.
Zum Vergleich: Bei den großen Hunden wiesen Kangals (0,94 Prozent) und Belgische Schäferhunde (Malinois, 0,84 Prozent) die höchsten Werte im Jahr 2025 auf. Absolut gesehen bissen Deutsche Schäferhunde am häufigsten zu – sie waren für rund 10 Prozent aller Beißvorfälle verantwortlich (111 Fälle). In den vergangenen zehn Jahren waren Presa Canario und Dogo Canario mit 0,78 Prozent die auffälligsten.
Rückgang der Vorfälle bei gefährlichen Rassen
Insgesamt ist die Zahl der Beißvorfälle bei gefährlichen Hunden und Hunden bestimmter Rassen rückläufig. Bei gefährlichen Hunden zählte das Land 2023 und 2024 jeweils 24 Beißvorfälle mit Verletzungen, 2025 waren es 22. Gleichzeitig sank die Zahl der registrierten Hunde von 6239 auf 5893 – laut Ministerium der niedrigste Stand seit Einführung des Landeshundegesetzes. Ähnlich entwickelte sich die Situation bei Hunden bestimmter Rassen: Ihre Zahl ging von 8827 auf 7867 Tiere zurück, die Beißvorfälle blieben 2023 und 2024 mit 46 Fällen konstant und sanken 2025 auf 33.
Die Daten zeigen: Während große Hunde absolut gesehen häufiger zubeißen, sind es die als gefährlich eingestuften Rassen wie Pitbull Terrier, die prozentual die höchste Bisswahrscheinlichkeit aufweisen.



