Nur Chillen bringt keine Erholung: So entspannt man im Urlaub richtig
Nur Chillen bringt keine Erholung: So entspannt man richtig

Viele Menschen freuen sich auf den Urlaub, doch nach der Rückkehr fühlen sie sich oft gerädert statt erholt. Der Grund: Passives Herumliegen am Strand oder Pool kann sogar kontraproduktiv sein. Laut einer Studie der Universität Augsburg erleben nur 35 Prozent der Urlauber eine deutliche Verbesserung ihres Wohlbefindens nach dem Urlaub. Die restlichen 65 Prozent kehren mit nur geringer oder gar keiner Erholung zurück.

Warum reines Chillen nicht erholsam ist

Dr. Sabine Meier, Psychologin an der Universität Augsburg, erklärt: „Reines Nichtstun führt oft zu Langeweile und innerer Unruhe. Der Körper fährt zwar herunter, aber der Geist bleibt aktiv und kreist um Alltagsprobleme.“ Studien zeigen, dass moderate körperliche Aktivität wie Wandern oder Radfahren die Ausschüttung von Glückshormonen fördert und den Cortisolspiegel senkt. Wer den ganzen Tag nur liegt, riskiert zudem Verspannungen und Kreislaufprobleme.

Experten empfehlen daher, Urlaub aktiv zu gestalten. Das bedeutet nicht, dass man jeden Tag etwas unternehmen muss, sondern dass man eine Balance zwischen Ruhe und Bewegung findet. Eine Umfrage des Deutschen Reiseverbands ergab, dass 78 Prozent der Reisenden, die sich sportlich betätigten, sich nach dem Urlaub erholter fühlten als diejenigen, die nur am Strand lagen.

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Die richtige Planung ist entscheidend

Neben der Aktivität spielt auch die Planung eine wichtige Rolle. Wer den Urlaub bis ins Detail durchplant, stresst sich unnötig. Andererseits kann völlige Spontaneität zu Chaos führen. Die Lösung: eine grobe Struktur mit Freiräumen. So bleibt Raum für Entspannung, ohne dass Langeweile aufkommt. Dr. Meier rät: „Planen Sie pro Tag nur eine Aktivität ein, den Rest lassen Sie offen. Das gibt Sicherheit und Flexibilität zugleich.“

Auch die An- und Abreise sollte bedacht werden. Wer nach einer langen Anreise sofort das Programm startet, überfordert den Körper. Ein Ruhetag nach der Ankunft hilft, den Stress abzubauen. Umgekehrt sollte man am letzten Urlaubstag nicht zu viel einplanen, um den Übergang in den Alltag zu erleichtern.

Digitale Auszeit als Erholungsfaktor

Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Umgang mit digitalen Geräten. Eine Studie der Techniker Krankenkasse zeigt, dass 62 Prozent der Urlauber ihre Arbeit per Smartphone oder Laptop im Urlaub checken. Das verhindert echte Erholung. Experten empfehlen, feste Zeiten für die Nutzung digitaler Geräte einzurichten oder sie ganz auszuschalten. „Wer ständig erreichbar bleibt, schaltet mental nie ab“, so Dr. Meier.

Eine digitale Auszeit von mindestens zwei Stunden pro Tag kann Wunder wirken. Statt in sozialen Medien zu scrollen, bieten sich Spaziergänge, Lesen oder Gespräche mit dem Partner an. So finden Urlauber leichter in den Entspannungsmodus.

Nachhaltige Erholung durch neue Eindrücke

Neue Erfahrungen und Eindrücke sind ebenfalls wichtig für die Erholung. Wer immer am selben Ort Urlaub macht, verfällt schnell in Routinen. Die Universität Augsburg fand heraus, dass Reisende, die neue Aktivitäten ausprobieren, eine um 40 Prozent höhere Erholungswirkung berichten als solche, die nur Bekanntes wiederholen. Das Gehirn wird durch neue Reize angeregt und kann besser abschalten.

Das können kleine Dinge sein: eine neue Sportart, ein Ausflug in eine unbekannte Stadt oder das Probieren lokaler Spezialitäten. Wichtig ist, dass es Spaß macht und nicht zu stressig wird. Dr. Meier betont: „Der Urlaub soll herausfordern, aber nicht überfordern. Die ideale Mischung ist individuell verschieden.“

So gelingt der Transfer in den Alltag

Damit die Erholung nicht nach wenigen Tagen verpufft, sollten Urlauber auch den Übergang in den Alltag gestalten. Ein sanfter Wiedereinstieg, etwa mit einem freien Tag nach der Rückkehr, hilft. Zudem können kleine Erinnerungen an den Urlaub – wie Fotos oder Souvenirs – die positive Stimmung verlängern. Wer die Urlaubserlebnisse im Alltag integriert, etwa durch regelmäßige Spaziergänge oder Hobbys, profitiert länger von der Erholung.

Letztlich zeigt sich: Urlaub ist mehr als nur eine Pause vom Alltag. Mit der richtigen Mischung aus Aktivität, Ruhe und neuen Eindrücken wird er zu einer Quelle nachhaltiger Energie. So steht der nächsten Erholung nichts mehr im Wege.

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