Der Juli ist der Monat der Beeren: Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Stachelbeeren haben jetzt Saison. Auch die letzten Erdbeeren lassen sich laut dem Verband Brandenburger Landpartie noch pflücken. Bereit zur Ernte sind zudem Kirschen sowie die ersten Aprikosen, Mirabellen und Pflaumen. In Brandenburg gibt es zahlreiche Felder und Höfe, auf denen Besucher frisches Obst direkt von Baum und Strauch pflücken können. Vor Ort werden meist Körbchen zum Sammeln bereitgestellt, oder man bringt eigene Gefäße wie Kisten oder Schüsseln mit.
Wann ist welches Obst reif?
Viele Höfe informieren über Newsletter, Ernte-Hotlines oder ihre Webseiten über den aktuellen Reifegrad der Früchte. Bezahlt wird die Ernte in der Regel nach dem Pflücken und Wiegen zu einem festgelegten Kilogrammpreis. Eigene Gefäße werden vor dem Pflücken abgewogen. In Hofläden neben den Plantagen gibt es oft Selbstgemachtes oder bereits Gepflücktes zu kaufen. Zur Erholung bieten manche Höfe auch Kaffee und Obstkuchen an.
Obsthöfe in Brandenburg: Eine Auswahl
In Werder (Havel) können Kirschenliebhaber auf dem Obsthof Lindicke helle und dunkle Knupperkirschen sowie Sauerkirschen direkt vom Baum pflücken. Das Obstgut Marquardt im Havelland bietet am Wochenende Kaffee und Kuchen sowie sonntags Fischbrötchen und Räucherfisch. Das Selbstpflückeparadies Elisenau im Kreis Barnim hat von Juni bis Oktober eine große Auswahl an Johannisbeeren, Heidelbeeren, Brombeeren, Kirschen und Erdbeeren. Der Heidelbeergarten Kolzenburg bei Luckenwalde in Teltow-Fläming bewirtschaftet 5.000 Quadratmeter Heidelbeeren; Besucher können die Beeren selbst ernten oder bereits gepflückte kaufen.
Bei Kultur und Beeren in Kremmen (Oberhavel) gibt es 20 verschiedene Beerensorten sowie Wildobst und alte Obstsorten – darunter Bekanntes, aber auch Vergessenes wie die Jostabeere, Maibeeren, Aronia, Loganbeere oder Taybeere. Auf Nachfrage können reife Beeren auch für zu Hause gepflückt werden. Auf dem Spargelhof Klaistow im Landkreis Potsdam-Mittelmark gibt es neben Spargel auch Erdbeeren und Heidelbeeren zum Selbstpflücken.
Darf man während des Pflückens naschen?
Die Regelungen der Höfe sind unterschiedlich. Der Heidelbeergarten Kolzenburg mahnt: „Diebstahl wird in jedem Fall zur Anzeige gebracht. Auch Mundraub ist Diebstahl.“ Bei Kultur und Beeren in Kremmen heißt es dagegen: „Wir freuen uns, wenn Sie durch die Beeren- und Wildobstreihen streifen, und hierbei das Probieren nicht vergessen. Beeren frisch vom Strauch sind ein herrlicher Genuss.“ Allerdings dürfen Johannisbeeren und Co. für zu Hause erst nach Rücksprache gesammelt werden. In Klaistow gilt eine Eintrittspauschale von 6 Euro für das Selbstpflücken von Heidelbeeren, die 3 Euro Ernteguthaben pro Person enthält; die restlichen 3 Euro werden mit dem Kilopreis verrechnet. Der Obsthof Lindecke bittet: „Naschen ist erlaubt. Aber bitte in Maßen und kein Obst anbeißen und wegschmeißen!“



