Viele Paare verlieren nach zehn oder zwanzig Jahren die Lust aufeinander und reden nicht darüber. Ein Paartherapeut erklärt, wie man wieder ins Gespräch kommt und auch geheimste Fantasien äußert.
Warum das Gespräch über Sexualität so schwer fällt
Laut Paartherapeut Holzberg ist es für die meisten Menschen ohnehin nicht einfach, über Sexualität zu sprechen. In einer langjährigen Partnerschaft kommen oft andere Konflikte hinzu, die das Miteinander erschweren. Dann wird das Thema Sexualität eher vermieden und beiseitegeschoben. Man zieht sich lieber in eine Position zurück, in der man sich sicher und geschützt fühlt.
Wie Paare wieder ins Gespräch kommen
Holzberg empfiehlt, bewusst Zeit für Gespräche über intime Wünsche einzuplanen und eine Atmosphäre der Offenheit zu schaffen. Jeder Wunsch sollte gehört werden, ohne Bewertung oder Druck. Es gehe darum, neugierig auf den Partner zu bleiben und auch eigene Fantasien zu äußern.
Die Bedeutung von Vertrauen und Offenheit
In einer langjährigen Beziehung sollte das Vertrauen eigentlich größer sein als zu Beginn. Doch oft verhindern unausgesprochene Konflikte und Verletzungen die Offenheit. Therapeuten raten, diese Konflikte zunächst zu klären, bevor man über sexuelle Wünsche spricht. Nur so könne eine echte Vertrauensbasis entstehen.
Praktische Tipps für den Alltag
Paare können kleine Schritte gehen: gemeinsame Zeit ohne Ablenkung, bewusstes Zuhören und das Ansprechen von positiven Erlebnissen. Auch das Vorlesen von erotischen Geschichten oder das gemeinsame Anschauen von Filmen könne helfen, ins Gespräch zu kommen. Wichtig sei, keine Angst vor Ablehnung zu haben und den Partner nicht unter Druck zu setzen.
Laut einer Studie der Universität Hamburg sprechen nur 30 Prozent der Paare regelmäßig über ihre sexuellen Wünsche. Dabei sei offene Kommunikation der Schlüssel zu einer erfüllten Sexualität, so der Therapeut. „Jeder Wunsch sollte gehört werden“, betont Holzberg.



