In einer Kneipe im Berliner Stadtteil Neukölln versammeln sich regelmäßig Menschen, die polyamor leben oder sich für diese Beziehungsform interessieren. Der sogenannte Poly-Treff wurde von Jule und BonBon ins Leben gerufen und richtet sich gezielt an queere Personen. „Polyamorie bedeutet für uns in erster Linie: einvernehmliche Liebes- und Beziehungsformen mit mehr als einer Person“, erklärt Jule.
Kein Speed-Dating, sondern ein Safe Space
Der Treffpunkt versteht sich ausdrücklich nicht als Dating-Plattform oder Cruising-Space. „Wir sind kein Speed-Dating und kein Cruising-Space“, betont BonBon. Vielmehr gehe es darum, einen geschützten Raum für Austausch und Vernetzung zu schaffen. Die Atmosphäre sei entspannt und einladend, sodass auch Neulinge sich willkommen fühlen.
Herausforderungen der Polyamorie
Doch polyamore Beziehungen bringen auch Tücken mit sich. Eine Paartherapeutin, die den Treff begleitet, weist auf die besonderen Herausforderungen hin: „Polyamorie erfordert ein hohes Maß an Kommunikation, Ehrlichkeit und Selbstreflexion. Eifersucht und Zeitmanagement sind häufige Themen.“ Sie betont, dass polyamore Beziehungen nicht per se einfacher oder komplizierter seien als monogame, aber andere Kompetenzen erforderten.
Ein Ort der Gemeinschaft
Für viele Teilnehmende ist der Poly-Treff eine wichtige Anlaufstelle, um Gleichgesinnte zu treffen und sich über Erfahrungen auszutauschen. „Es tut gut, zu wissen, dass man nicht allein ist mit seinen Gefühlen und Gedanken“, sagt eine Besucherin. Der Treff findet regelmäßig statt und ist offen für alle, die sich mit dem Thema identifizieren oder neugierig sind.
Jule und BonBon hoffen, dass der Poly-Treff dazu beiträgt, polyamore Lebensweisen sichtbarer zu machen und Vorurteile abzubauen. „Wir wollen zeigen, dass Liebe viele Formen haben kann“, so Jule abschließend.



