Prinzen-Sänger: AfD-Wähler sind keine Zombies
Prinzen-Sänger: AfD-Wähler sind keine Zombies

Sebastian Krumbiegel, Sänger der Leipziger Band Die Prinzen, hat sich in einem Interview gegen die pauschale Verurteilung von AfD-Wählern ausgesprochen. „AfD-Wähler sind keine Zombies, sondern Menschen mit konkreten Sorgen und Ängsten“, sagte der 57-Jährige der „Augsburger Allgemeinen“. Er plädiert für mehr Dialog und weniger Ausgrenzung.

Krumbiegel: „Wir müssen wieder miteinander reden“

Der Musiker, der mit Hits wie „Mann im Mond“ und „Küssen verboten“ bekannt wurde, betonte, dass viele Menschen aus Protest oder Verunsicherung die AfD wählten. „Wenn wir sie nur als rechts oder dumm abstempeln, erreichen wir nichts“, so Krumbiegel. Er selbst habe in Leipzig viele Gespräche mit Menschen geführt, die unterschiedliche politische Ansichten hätten. Dabei sei ihm klar geworden, dass es oft um existenzielle Themen wie Wohnen, Arbeit oder Zukunftssorgen gehe.

Krumbiegel forderte die etablierten Parteien auf, stärker auf die Menschen zuzugehen. „Wir müssen wieder miteinander reden, statt nur übereinander zu reden“, sagte er. Er verwies auf die hohe Zahl von AfD-Wählern in Ostdeutschland, die nicht ignoriert werden dürfe. Laut aktuellen Umfragen liegt die AfD in Sachsen bei über 30 Prozent.

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Reaktionen auf Krumbiegels Aussagen

Die Aussagen des Sängers sorgten in sozialen Medien für gemischte Reaktionen. Während einige Nutzer ihm zustimmten und den Dialog befürworteten, warfen andere ihm vor, die AfD zu verharmlosen. Krumbiegel selbst verteidigte seine Position: „Ich will niemanden in Schutz nehmen, aber wir müssen die Gründe verstehen, warum Menschen so wählen.“ Er forderte, die AfD nicht als „Sammelbecken von Nazis“ zu betrachten, sondern als politisches Phänomen zu analysieren.

Der Sänger, der sich seit Jahren für Demokratie und Toleranz einsetzt, betonte, dass er selbst klar gegen Rechtsextremismus Position beziehe. „Ich unterscheide zwischen den Wählern und der Partei. Viele Wähler sind keine überzeugten Rechtsextremen, sondern fühlen sich abgehängt.“ Er verwies auf Studien, die zeigen, dass Protestwähler oft wechselnde Präferenzen haben.

Die Prinzen: Musik mit politischer Botschaft

Die Prinzen, die 1987 in Leipzig gegründet wurden, sind bekannt für ihre kritischen Texte. Songs wie „Deutschland“ oder „Millionär“ thematisieren gesellschaftliche Missstände. Krumbiegel sagte, dass Musik eine Brücke bauen könne. „In unseren Konzerten erleben wir oft, dass Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zusammenkommen und gemeinsam feiern.“ Er wünschte sich, dass diese Offenheit auch in der Politik ankomme.

Abschließend appellierte Krumbiegel an alle Bürger: „Lasst uns nicht in Schubladen denken. Jeder Mensch hat eine Geschichte, die ihn geprägt hat. Wir sollten zuhören, bevor wir verurteilen.“ Er kündigte an, sich weiterhin für Dialogprojekte in Leipzig und darüber hinaus einzusetzen.

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