Maike Schöfer, Pfarrerin in der evangelischen Verklärungskirche in Berlin-Adlershof, ist eine außergewöhnliche Geistliche. Sie spricht offen über Menstruation, Masturbation und queere Sichtbarkeit, schreibt Gott* mit Gendersternchen und interpretiert Bibeltexte feministisch. Ihren Gemeindemitgliedern wünscht sie während des Gottesdienstes einen „Happy Pride Month“. Anfang Juni wurde sie auf Lebenszeit in ihr Amt eingeführt und bleibt mindestens zehn Jahre in der Gemeinde, der sie seit Januar 2023 vorsteht.
Vom Schauspiel zur Theologie
Ursprünglich wollte Schöfer Schauspielerin werden, doch ihr Weg führte sie eher zufällig zur Theologie. Heute bringt sie ihre queer-feministische Perspektive in die Gemeinde ein. In ihrer Gemeinde ist sie sehr beliebt, doch auf der Straße wird sie auch angeschrien und angefeindet. Die Pfarrerin zeigt sich davon unbeeindruckt und setzt sich weiterhin für eine inklusive Kirche ein.
Schöfer betont, dass ihre Art, den Glauben zu leben, vielen Menschen Hoffnung gibt. Sie möchte zeigen, dass Kirche ein Ort für alle sein kann, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Identität. Ihre Predigten sind geprägt von einer modernen, offenen Auslegung der Bibel.
Reaktionen aus der Gemeinde
Die Gemeindemitglieder schätzen Schöfers direkte und ehrliche Art. Viele fühlen sich durch ihre Predigten angesprochen und ermutigt. Die Verklärungskirche in Adlershof hat sich unter ihrer Leitung zu einem Ort der Vielfalt entwickelt. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen, die die traditionelle Auslegung der Bibel bevorzugen.
Trotz der Anfeindungen bleibt Schöfer standhaft. Sie ist überzeugt, dass ihre Arbeit wichtig ist und dass die Kirche sich weiterentwickeln muss. Mit ihrem Engagement trägt sie dazu bei, dass die evangelische Kirche für alle Menschen offen ist.



