In der Nacht zum 24. Juli haben Unbekannte vor dem Jugendclub Café Köpenick in Berlin-Treptow-Köpenick eine Regenbogenflagge abgerissen und angezündet. Die Betreiber des Jugendclubs werten den Vorfall als queerfeindlichen Angriff, wie sie auf Instagram mitteilten. Der Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) hat die Ermittlungen übernommen, da er für politisch motivierte Straftaten zuständig ist, bestätigte eine Polizeisprecherin dem Tagesspiegel. Zuerst hatte die „Berliner Zeitung“ über den Vorfall berichtet.
Brandsatz aus Stroh und Papier
Nach Angaben der Betreiber entwendeten die Täter zunächst die Regenbogenflagge, die vor der Einrichtung in der Seelenbinderstraße hing. Gegen 0.45 Uhr kehrten sie demnach mit einem Brandsatz aus Stroh und Papier zurück, um den sie die Flagge gewickelt hatten. Diesen zündeten sie an und flohen anschließend unerkannt. Die Polizeisprecherin bestätigte diese Angaben.
Menschen im Jugendclub anwesend
Zum Zeitpunkt der Tat hielten sich noch Menschen im Jugendclub auf. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand. Die Betreiber sehen einen direkten Zusammenhang mit Queerfeindlichkeit: „Dass ausgerechnet die Pride-Flag für den Brandsatz verwendet wurde und die Tat unmittelbar vor dem Berliner CSD-Wochenende stattfand, lässt sich für uns nicht vom queerfeindlichen Kontext trennen“, schreiben sie in ihrer Stellungnahme.
Jugendclub bleibt sichtbar
Der Jugendclub wird regelmäßig von queeren Jugendlichen besucht. Eine klare Positionierung gegen Queerfeindlichkeit sei „Teil unserer politischen Bildungsarbeit“, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Deshalb werden wir nach diesem Angriff auch nicht anfangen, unsere Haltung oder unsere Sichtbarkeit zurückzufahren. Die Pride-Flagge hängt wieder vor unserem Haus.“
Die Polizei bittet nun Zeuginnen und Zeugen, die in der Nacht zum 24. Juli gegen 0.45 Uhr verdächtige Beobachtungen im Bereich des Jugendclubs gemacht haben, sich zu melden.



