Wenn Nationalspieler im Stadion beten, wirkt das versöhnlich, ist aber nicht harmlos. Das ist die Lage am Sonntag, analysiert von Dirk Kurbjuweit in einem SPIEGEL-Artikel vom 21. Juni 2026. Der Beitrag, der ursprünglich um 9.47 Uhr veröffentlicht wurde, ist mittlerweile nicht mehr frei zugänglich, da er entweder älter als 30 Tage ist oder bereits zehn Mal geöffnet wurde. SPIEGEL+ Abonnenten haben weiterhin Zugriff.
Beten auf dem Rasen: Ein wachsender Trend
Immer häufiger sind Szenen zu beobachten, in denen Fußball-Nationalspieler vor oder nach Spielen gemeinsam beten. Diese öffentlichen religiösen Gesten werden oft als Zeichen der Einheit und Besinnung gedeutet. Doch Dirk Kurbjuweit warnt: Der Schein kann trügen. Was harmlos aussieht, könne auch politisch oder gesellschaftlich instrumentalisiert werden.
Der Autor verweist auf die wachsende Präsenz von Religion im Profifußball. Gerade Spieler mit muslimischem oder christlichem Hintergrund nutzen die große Bühne, um ihren Glauben zu zeigen. In einer Zeit zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung könne dies jedoch auch Konflikte schüren.
Die Kehrseite der frommen Gesten
Kurbjuweit betont, dass das Beten auf dem Platz nicht per se problematisch sei. Es werde dann kritisch, wenn es als Machtdemonstration oder Ausgrenzung verstanden werde. „Wenn Nationalspieler im Stadion beten, wirkt das versöhnlich. Harmlos ist es nicht“, schreibt er. Die Gefahr liege in der Vereinnahmung durch politische oder religiöse Gruppen, die den Sport für ihre Zwecke nutzen.
Der Artikel ruft dazu auf, die Entwicklung kritisch zu begleiten. Fußball solle ein Ort der Begegnung bleiben, nicht der Abgrenzung. Die Diskussion um Religion im Stadion sei ein Spiegelbild gesellschaftlicher Debatten.
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