In einem Getränkemarkt in Bottrop hat ein Rotkehlchen-Pärchen zum dritten Mal seinen Nachwuchs großgezogen. Die Vögel brüten in einer Wasserkiste zwischen Cola- und Bierflaschen. Inhaberin Sina-Maria Possemeyer-Grodzki ist stolz auf die ungewöhnlichen Mitbewohner.
Brut in einer Wasserkiste
Das erste Nest bauten die Rotkehlchen in einer Bierkiste, das zweite in einer Limonadenkiste. Nun haben sie sich für eine Wasserkiste entschieden. „Alle müssen ein bisschen aufpassen, dass wir den Vögeln mit den Kisten und den Sackkarren nichts antun“, sagt Possemeyer-Grodzki. „Aber ich bin wirklich stolz, dass aus allen Eiern, die bei uns gebrütet worden sind, auch wirklich Vögel geschlüpft sind.“ In diesem Sommer erblickten insgesamt 13 kleine Rotkehlchen im Getränkemarkt das Licht der Welt.
Kunden zeigen Begeisterung
Die Kundschaft des Getränkemarkts reagiert überwiegend positiv. Viele fragen regelmäßig nach dem Befinden der Jungvögel. Die Inhaberin hat Warnschilder aufgestellt, etwa mit der Aufschrift „Hier wohnt Familie Rotkehlchen“. An einigen Wasserkisten steht zudem der Hinweis „Zur Zeit kein Verkauf möglich“. Zwischen den Getränkekisten stehen kleine Schälchen mit Mehlwürmern – der Lieblingsspeise der Rotkehlchen. Bislang habe sich niemand daran gestört, so Possemeyer-Grodzki.
Geschützter Brutplatz
Die Elternvögel gelangten vermutlich im Frühjahr durch das offene Rolltor in den Markt. „Hier sind sie natürlich vor Wettereinflüssen und Nestdieben geschützt“, erklärt die Inhaberin. Die Jungvögel des dritten Nests werden derzeit flügge und unternehmen erste Flugversuche zwischen den Getränkekisten. Bald wird das Schauspiel vorbei sein.
Forschung zu Vogelnestern
Der niederländische Ökologe Auke-Florian Hiemstra untersucht, wo und wie Vögel ihre Nester bauen. Er hat bereits ungewöhnliche Materialien wie Scheibenwischerblätter, Kopfhörer, Feuerwerkskörper, Kondome und sogar Kokaintütchen in Nestern gefunden.



