Räumung der Westernstadt in Spandau noch im Juni möglich
Räumung der Westernstadt in Spandau noch im Juni möglich

Die Verhandlungen zwischen dem Bezirk Spandau und dem Eigentümer der Westernstadt „Old Texas Town“ sind endgültig gescheitert. Eine Räumung des Geländes könnte bereits im Juni 2026 erfolgen. Das bestätigte der erste Vorsitzende des Traditionsvereins, Ralf Keber, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Keine Einigung in Sicht

Seit Monaten hatten Bezirk und Eigentümer um eine Lösung für die Zukunft der Westernstadt gerungen. Doch die Gespräche blieben erfolglos. „Es gab keine Annäherung in den zentralen Punkten“, erklärte Keber. Der Verein, der seit Jahrzehnten auf dem Gelände in Spandau beheimatet ist, steht nun vor dem Aus.

Die Westernstadt „Old Texas Town“ ist ein beliebtes Ausflugsziel und kultureller Anlaufpunkt. Sie wird von einem Verein betrieben, der sich der Pflege des Wildwest-Erbes verschrieben hat. Nach Angaben von Keber besuchen jährlich rund 50.000 Gäste die Anlage. Sollte die Räumung wie befürchtet noch im Juni vollzogen werden, stünden der Verein und seine Mitglieder vor dem Nichts.

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Hintergründe des Streits

Der Konflikt entzündete sich an der Nutzung des Grundstücks. Der Eigentümer, die landeseigene Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), plant offenbar eine andere Verwendung des Areals. Der Bezirk Spandau hatte vermitteln wollen, konnte aber keine tragfähige Lösung präsentieren. Keber zeigte sich enttäuscht: „Wir haben alles versucht, aber am Ende fehlte der politische Wille, uns zu helfen.“

Der Verein hat bereits eine Petition gestartet, die von über 10.000 Menschen unterzeichnet wurde. Auch Prominente wie der Schauspieler und Western-Fan Tom Gerhardt unterstützen den Erhalt der Westernstadt. Doch trotz der öffentlichen Anteilnahme scheint die Räumung unausweichlich.

Auswirkungen auf den Verein

Für den Verein „Old Texas Town“ wäre die Räumung das Ende einer Ära. „Wir haben hier nicht nur eine Attraktion geschaffen, sondern auch einen Ort der Begegnung und des Brauchtums“, sagte Keber. Die Mitglieder des Vereins, darunter viele Familien, hätten unzählige Stunden ehrenamtlicher Arbeit investiert. Sollte die Räumung kommen, müssten sämtliche Requisiten, Bauten und Tiere abtransportiert werden – eine logistische und finanzielle Herausforderung.

Der Bezirk Spandau bedauert das Scheitern der Verhandlungen, sieht aber keine rechtliche Handhabe, die Räumung zu verhindern. Eine Sprecherin teilte mit: „Wir haben uns intensiv bemüht, eine Lösung zu finden. Letztlich liegt die Entscheidung beim Eigentümer.“ Die BIM selbst äußerte sich nicht zu den Gründen des Scheiterns.

Zukunft ungewiss

Die Westernstadt „Old Texas Town“ besteht seit 1998 und ist eine der wenigen ihrer Art in Deutschland. Sie dient nicht nur als Touristenattraktion, sondern auch als Drehort für Film- und Fernsehproduktionen. Sollte die Räumung vollzogen werden, geht ein Stück Berliner Kulturgeschichte verloren.

Ralf Keber hofft dennoch auf ein Wunder: „Vielleicht besinnt sich die Politik doch noch eines Besseren. Wir geben nicht auf, bis die Bagger anrücken.“ Bis dahin bleibt die Westernstadt vorerst geöffnet – doch die Tage sind gezählt.

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