Sachsens Tierheime kämpfen mit vielen Katzen und verhaltensauffälligen Hunden
Sachsens Tierheime kämpfen mit Katzenflut und Problemhunden

Die sächsischen Tierheime stehen weiterhin unter erheblichem Druck – nicht wegen ausgesetzter Tiere während der Sommerferien, sondern aufgrund einer anhaltenden Überlastung durch Katzennachwuchs, verhaltensauffällige Hunde und kranke Tiere. Michael Sperlich, Chef des Landestierschutzverbandes Sachsen, erklärte, dass die Belastung ganzjährig hoch sei, wobei die Katzenwelpen inzwischen vom Frühsommer bis zur Weihnachtszeit die Heime beschäftigen.

Fehlende Katzenschutzverordnung als Hauptproblem

Sperlich wirft der sächsischen Landesregierung Untätigkeit vor: Eine seit langem geforderte Katzenschutzverordnung, die Halter von Freigängerkatzen zur Kastration verpflichten würde, sei nicht in Sicht. Eine solche Verordnung könnte die unkontrollierte Vermehrung von Straßenkatzen eindämmen und die Heime entlasten. „Die Regierung muss endlich handeln“, so Sperlich. Ohne die Regelung würden jedes Jahr tausende Katzenwelpen geboren, die oft krank oder verwildert in den Tierheimen landen.

Verhaltensauffällige Hunde: Folge überforderter Halter

Neben der Katzenflut bereiten verhaltensauffällige Hunde den sächsischen Tierheimen zunehmend Sorgen. Laut Sperlich sind diese Tiere oft das Ergebnis fachlich unfähiger und überforderter Eigentümer, die ihre Hunde nicht artgerecht halten oder erziehen. „Viele Hundehalter unterschätzen die Anforderungen, vor allem bei Rassen mit hohem Bewegungsdrang“, betonte er. Die Folge: Die Tiere zeigen Aggressionen oder Ängste und sind schwer vermittelbar. Die Heime müssen dann aufwendige Verhaltenstherapien finanzieren, was die ohnehin knappen Ressourcen weiter belastet.

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Steigende Tierarztkosten als zusätzliche Belastung

Ein weiterer Faktor sind kranke Tiere, die vermehrt abgegeben werden. Viele Besitzer können die erheblich gestiegenen Tierarztkosten nicht mehr tragen und überlassen ihre kranken Haustiere den Tierheimen. „Die gestiegenen Kosten sind für viele eine finanzielle Hürde“, erklärte Sperlich. Dadurch landen Tiere mit chronischen Erkrankungen oder Verletzungen in den Einrichtungen, die dann oft langwierige Behandlungen benötigen.

Dresdner Tierheim besonders betroffen

Das Dresdner Tierheim berichtet von einer zusätzlichen Überlastung durch sogenannte Zwangspflegefälle – Tiere, deren Besitzer sich nicht angemessen kümmern. Seit Beginn der Sommerferien wurden dort 18 Fundkatzen aufgenommen, darunter eine Mutter mit zwei Jungen, die nach Angaben des zuständigen Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamtes Dresden definitiv ausgesetzt wurden. Hunde wurden in dieser Zeit nicht ausgesetzt. Die Vermittlung von Tieren laufe in den Ferien allerdings schleppend, da viele Menschen erst nach dem Urlaub wieder über eine Neuanschaffung nachdenken. „Das ist auch sinnvoll, denn wer verreist, sollte sich nicht zusätzlich um ein neues Haustier kümmern“, so Sperlich.

Kein Ferienanstieg, aber Dauerbelastung

Trotz der aktuellen Herausforderungen gab es in den Sommerferien 2024 keinen signifikanten Anstieg der ausgesetzten oder abgegebenen Tiere, wie sowohl Sperlich als auch das Dresdner Amt bestätigten. Die Hauptbelastung bleibt die ganzjährige Überfüllung, wobei die Tierheime in Sachsen an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Der Landestierschutzverband appelliert an die Politik, endlich die Katzenschutzverordnung einzuführen und gleichzeitig die finanzielle Unterstützung für Tierheime zu erhöhen, um die steigenden Kosten für Tierarztbehandlungen und Verhaltenstherapien zu decken.

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