Schüsse am Rande der CSD-Parade
Am Samstagmittag erschoss die Polizei einen 27-jährigen Mann, der verdächtigt wird, einen Anschlag auf die Christopher-Street-Day-Parade in Berlin geplant zu haben. Der Vorfall ereignete sich gegen 13:30 Uhr in der Nähe des Kurfürstendamms, als die Einsatzkräfte den Mann nach einer intensiven Fahndung stellen wollten. Nach Aussagen mehrerer Zeugen habe der Verdächtige plötzlich eine Schusswaffe gezogen, woraufhin die Polizisten sofort das Feuer eröffneten.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Der 27-jährige Deutsche mit libanesischen Wurzeln war den Behörden bereits als islamistischer Gefährder bekannt. Er soll in den letzten Wochen mehrfach öffentlich mit Anschlagsdrohungen aufgefallen sein. Die Berliner Staatsanwaltschaft bestätigte, dass der Mann in den frühen Morgenstunden observiert wurde, als er sich mit einem Rucksack in Richtung der Festmeile bewegte. „Wir gehen davon aus, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstand“, sagte Oberstaatsanwältin Martina Schuster. „Der Zugriff war notwendig, um eine Katastrophe zu verhindern.“
Zeugen erleben den Einsatz hautnah
Mehrere Partygäste, die am Straßenrand standen, berichteten von einem „lauten Knall“ und anschließenden Schrei. „Zuerst dachte ich an ein Feuerwerk, aber dann sah ich die Polizisten mit gezogenen Waffen“, erzählt der 34-jährige Lukas M. aus Berlin. „Es war entsetzlich, aber wenn es wirklich einen Anschlag verhindert hat, bin ich dankbar.“ Ein anderer Zeuge, der seinen Namen nicht nennen wollte, beschrieb, wie der Verdächtige zu Boden ging und nicht mehr aufstand. Der Rettungsdienst konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen. Nach Angaben der Polizei wurden keine unbeteiligten Personen verletzt.
Ermittlungen zur Todesursache und Hintergründen
Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen. Der genaue Hergang wird nun durch Zeugenaussagen und eine Obduktion geklärt. Die Staatsanwaltschaft betonte, dass es sich um einen „klassischen Fall von Notwehr“ handeln könnte, da der Verdächtige bewaffnet war. In seiner Wohnung in Neukölln wurden später Sprengstoffvorbereitungen gefunden, wie die Polizei mitteilte. „Wir haben mehrere Komponenten sichergestellt, die auf den Bau einer Bombe hindeuten“, erklärte ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Die CSD-Parade selbst verlief nach einer kurzen Unterbrechung friedlich weiter, begleitet von einem verstärkten Polizeiaufgebot.
Reaktionen aus Politik und Gesellschaft
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) dankte den Einsatzkräften für ihr „besonnenes und mutiges Handeln“. Er erklärte: „Wir lassen nicht zu, dass unsere Freiheit durch Terror bedroht wird.“ Die Queer-Community zeigte sich erschüttert, aber erleichtert. „Es ist schlimm, dass es zu einer solchen Eskalation kommen musste, aber die Sicherheit geht vor“, sagte Lili Elbe, Sprecherin des CSD-Vereins. Der innenpolitische Sprecher der FDP im Abgeordnetenhaus forderte eine lückenlose Aufklärung. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Überwachung von Gefährdern auf, die in Deutschland seit Jahren diskutiert werden.



