Schweizer Fußballverband kämpft gegen rassistische Hasskommentare bei WM
Schweizer Verband kämpft gegen rassistische Hasskommentare

Der Schweizerische Fußballverband (SFV) sieht sich während der Weltmeisterschaft vermehrt mit Hasskommentaren in den sozialen Medien gegen das Nationalteam konfrontiert. Ein Medienverantwortlicher des SFV erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA: „Leider können wir inzwischen abschätzen, wann die Gefahr einer Häufung solcher niederträchtigen Kommentare steigt. In diesem Fall werden die Kommentarspalten auf unseren Kanälen oft bereits proaktiv gesperrt.“

Kommentarfunktion nach enttäuschendem Auftakt deaktiviert

Besonders nach dem enttäuschenden 1:1-Unentschieden gegen Katar zum WM-Auftakt habe es so viele diskriminierende Nachrichten gegeben, dass die Kommentarfunktion auf den Social-Media-Kanälen des Verbands deaktiviert wurde. „Auch, weil es bei einigen der Kommentare um die Hautfarbe oder Herkunft der Spieler ging“, so der Medienverantwortliche. Sobald Kommentare den Straftatbestand der sogenannten Rassismusstrafnorm erfüllen, werden sie vom SFV an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet.

Die Schweiz ist bei der WM weiterhin im Turnier und trifft im Achtelfinale am Dienstag (22.00 Uhr/ARD und MagentaTV) im kanadischen Vancouver auf den Geheimfavoriten Kolumbien.

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FIFA meldet Anstieg rassistischer Kommentare

Erst vor wenigen Tagen hatte der Weltverband FIFA mitgeteilt, dass rassistische Kommentare während der WM zugenommen haben. Elf Prozent aller als beleidigend eingestuften Beiträge seien auf eine Art rassistisch, hieß es unter Verweis auf die erhobenen Daten. Dies entspreche einem Zuwachs um drei Prozent im Vergleich zum gleichen Zeitpunkt bei der vergangenen WM in Katar im November und Dezember 2022. Den Angaben zufolge wurden 1.000 Accounts an Strafverfolgungsbehörden gemeldet.

Rassistische Beleidigungen auch gegen niederländische Spieler

Rassistisch beleidigt worden waren etwa die drei niederländischen Profis Justin Kluivert, Quinten Timber und Crysencio Summerville nach ihren verschossenen Elfmetern im verlorenen Sechzehntelfinale gegen Marokko. Das Trio schloss daraufhin die Kommentarfunktionen in ihren jeweiligen Accounts. Der niederländische Verband KNVB verurteilte die Beleidigungen und rief dazu auf, entsprechende Beiträge zu melden. Der Verband erstattete zudem nach eigenen Angaben Anzeige beim Generalstaatsanwalt der Niederlande.

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