In Moers (Nordrhein-Westfalen) kam es am Wochenende zu einem Großeinsatz der Polizei, nachdem es in einem Sikh-Tempel zu einer brutalen Auseinandersetzung zwischen mehr als 40 Personen gekommen war. Zeugen berichten, dass dabei Stichwaffen und sogar eine Schusswaffe eingesetzt wurden.
Die Polizei trennte die Gruppen und umstellte das Gebäude mit Maschinenpistolen. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) der Polizei Düsseldorf wurde hinzugerufen, und ein Polizeihubschrauber kreiste über dem Gelände. Der Verdacht bestand, dass sich ein bewaffneter Mann in dem Tempel aufhielt. Nach dem Sturm des SEK wurde jedoch kein Bewaffneter gefunden.
Hintergrund der Auseinandersetzung sind nach ersten Ermittlungen Streitigkeiten innerhalb der Gemeinde um einen neuen Vorstand und um Gelder des Tempels, die verschiedene Gruppen für sich beanspruchen. Ein 56-jähriges Gemeindemitglied sagte, der Angriff sei geplant gewesen: „Kurz vor Beginn des Gottesdienstes hatten die Angreifer plötzlich Pfefferspray, haben ihre Gegner angesprüht, dann hat auch einer mit einer Pistole geschossen. Und ich habe auch Messer gesehen.“
Elf Menschen erlitten Verletzungen, vor allem Kopfverletzungen. Nach Angaben der Polizei schwebt niemand in Lebensgefahr. Die Verletzten wurden vor Ort von Rettungskräften und einem Notarzt versorgt. Mindestens ein Tatverdächtiger wurde festgenommen.
Die Kriminalpolizei sichert derzeit Spuren am Tatort. Die mutmaßliche Schusswaffe wurde noch nicht gefunden; nach ersten Erkenntnissen handelt es sich bei den aufgefundenen Hülsen um eine Schreckschusswaffe. Die Ermittlungen zu den genauen Hintergründen und Tätern dauern an.



