Der Konflikt um die sogenannte „Sportwiese“ im Berliner Jahn-Sportpark spitzt sich weiter zu. Die „Bürgerinitiative Jahnsportpark“ hat nun den sofortigen Stopp der geplanten Umwandlung der Naturwiese in Kunstrasen gefordert. Hintergrund sind Pläne des Senats, die beliebte Freizeitfläche im Prenzlauer Berg zu 70 Prozent mit Kunstrasen zu bedecken.
Klimageld für Kunstrasen?
Besonders kritisch sehen die Initiatoren die Finanzierung des Projekts: Das Vorhaben soll demnach mit Mitteln aus dem Klima-Fonds des Landes Berlin realisiert werden. „Es ist absurd, dass Geld für den Klimaschutz genutzt wird, um eine Naturwiese unter Plastik zu begraben“, erklärt ein Sprecher der Initiative. Die Umwandlung in Kunstrasen führe zu einer massiven Versiegelung des Bodens und schade dem Stadtklima.
Bedeutung der Wiese für den Stadtteil
Die Sportwiese im Jahn-Sportpark gilt als ein Mekka des Freizeitsports in Berlin. Täglich nutzen Hunderte Menschen die Fläche zum Fußballspielen, Picknicken oder Sonnenbaden. „Die Wiese ist ein zentraler Treffpunkt für Jung und Alt. Eine Versiegelung würde das Ende dieser offenen Nutzung bedeuten“, warnt die Initiative.
Die geplante Umgestaltung sieht vor, dass nur noch 30 Prozent der Fläche als Naturwiese erhalten bleiben. Der Rest soll mit Kunstrasen belegt werden, der ganzjährig bespielbar ist und weniger Pflege benötigt. Kritiker befürchten jedoch, dass die künstliche Oberfläche die Artenvielfalt beeinträchtigt und zu einer Überhitzung des Areals im Sommer beiträgt.
Initiative fordert transparente Debatte
Die Bürgerinitiative verlangt vom Senat eine transparente Diskussion über die Zukunft des Sportparks. „Die Entscheidung wurde ohne ausreichende Beteiligung der Anwohner getroffen. Wir fordern einen runden Tisch mit allen Beteiligten“, so der Sprecher. Zudem solle geprüft werden, ob alternative Materialien wie Hybridrasen eine umweltfreundlichere Lösung bieten.
Der Senat verteidigt die Pläne mit Verweis auf die hohe Nutzungsintensität der Fläche. „Der Jahn-Sportpark ist ein wichtiger Standort für den Schul- und Vereinssport. Kunstrasen ermöglicht eine ganzjährige Nutzung und entlastet die Naturwiesen in anderen Teilen der Stadt“, erklärte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Sport. Die Finanzierung aus dem Klima-Fonds sei gerechtfertigt, da der Kunstrasen weniger Bewässerung und Mäharbeiten benötige.
Weitere Eskalation möglich
Die Initiative kündigt an, notfalls rechtliche Schritte gegen die Versiegelung zu prüfen. „Wir werden nicht zulassen, dass dieser grüne Ort in Prenzlauer Berg zubetoniert wird“, heißt es. Auch die Bezirksverordnetenversammlung von Pankow hat sich bereits kritisch zu den Plänen geäußert. Eine Entscheidung über den weiteren Fortgang wird in den kommenden Wochen erwartet.



