Die Getreideernte im Süden Brandenburgs hat begonnen, doch die Stimmung unter den Landwirten ist gedrückt. Die anhaltende Trockenheit setzt den Pflanzen massiv zu und lässt die Erträge schrumpfen. „Bei diesen Temperaturen können wir hier fast stündlich verfolgen, wie die Pflanzen vertrocknen“, warnte Lilian Guzmàn-Pfeiffer, Vorsitzende der Agrargenossenschaft Groß Machnow, in einer Mitteilung des Landesbauernverbandes. Man müsse nun ernten, was zu ernten gehe, um die Verluste so gering wie möglich zu halten.
Höchste Zeit für die Ernte
Die Landwirte stehen unter Zeitdruck. Die Trockenheit der vergangenen Wochen hat die Getreidebestände stark geschädigt. Besonders betroffen sind Regionen mit sandigen Böden, die Wasser nur schlecht speichern können. Die Pflanzen zeigen deutliche Stresssymptome: Die Blätter rollen sich ein, die Körner bleiben klein. Experten rechnen mit Ernteeinbußen von bis zu 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Brandgefahr zwingt zu Vorsichtsmaßnahmen
Neben den Ertragsverlusten bereitet auch die Brandgefahr den Bauern Sorgen. Der Landesbauernverband weist darauf hin, dass bei der Ernte von leicht entzündlichen Produkten wie Getreide besondere Vorsicht geboten sei. „Wir legen sogenannte Wundstreifen an“, erklärte ein Sprecher. Dabei werden Streifen auf den Feldern von brennbarem Material befreit, um die Ausbreitung von Feuer zu verhindern. „Zusätzlich werden oft Wassertanks für das im Ernstfall schnelle Löschen von Bränden bereitgestellt“, ergänzte der Sprecher.
Blick in die Zukunft
Die Trockenheit ist nicht nur ein aktuelles Problem, sondern wirft auch Fragen zur langfristigen Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel auf. Immer häufiger treten Dürreperioden auf, die die Erträge gefährden. Die Agrargenossenschaft Groß Machnow und andere Betriebe prüfen bereits den Anbau trockenresistenterer Sorten. Doch kurzfristig bleibt den Bauern nur die Hoffnung auf baldige Regenfälle, die die Ernte retten könnten.



