Unterhaltsvorschuss-Kürzung: Kein Abitur für Kinder Alleinerziehender
Unterhaltsvorschuss-Kürzung: Kein Abitur für Kinder

Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss: Experte warnt vor Folgen für Kinder Alleinerziehender

Die geplanten Kürzungen beim Unterhaltsvorschuss durch Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) stoßen auf scharfe Kritik. Der Fachanwalt für Familienrecht Argiris Balomatis warnt im Interview mit dem Tagesspiegel vor drastischen Folgen: „Viele Kinder von Alleinerziehenden werden dann kein Abitur machen.“ Er betont, dass Alleinerziehende bereits jetzt finanziell am Limit leben und auf die Zahlungen angewiesen sind.

Anwalt: Alleinerziehende in Notlage – keine „faule“ Ausnutzung des Systems

Balomatis schildert, dass die meisten seiner Mandanten in einer Notlage stecken. „Alleinerziehende können meist neben ihren Erziehungsaufgaben nicht noch mehr arbeiten, als jetzt schon. Sie sind finanziell zwingend auf Unterhaltszahlungen angewiesen.“ Er stellt klar, dass es fast nie Fälle gebe, in denen jemand die Ansprüche ausnutze. Die Kürzungen träfen vor allem die Kinder, die ohnehin schon benachteiligt seien.

Staatliche Verantwortung und Säumnis von Vätern

Der Familienrechtler kritisiert, dass der Staat zu wenig gegen säumige Väter unternehme. Statt den Unterhaltsvorschuss zu kürzen, müsse der Staat die Väter stärker in die Pflicht nehmen. „Der Staat könnte durch Pfändungen, Führerscheinentzug oder sogar Haftstrafen säumige Väter zur Verantwortung ziehen“, so Balomatis. Er fordert ein härteres Vorgehen, um die Zahlungsmoral zu verbessern.

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Bildungschancen gefährdet – Abitur rückt in weite Ferne

Balomatis betont, dass die Kürzungen langfristige Folgen haben: „Viele Kinder von Alleinerziehenden werden dann kein Abitur machen.“ Ohne finanzielle Unterstützung könnten die Familien keine Nachhilfe oder Musikunterricht bezahlen, was die Bildungschancen massiv einschränke. Die Gesellschaft müsse sich fragen, ob sie diese Ungleichheit hinnehmen wolle.

Politischer Streit um Sparpläne

Die geplanten Kürzungen sind Teil eines Sparpakets der Bundesregierung. Kritiker aus der Opposition und von Sozialverbänden fordern, die Mittel für den Unterhaltsvorschuss zu erhalten oder sogar auszubauen. Balomatis appelliert an die Politik, die Auswirkungen auf die Kinder zu bedenken: „Es geht hier um die Zukunft einer ganzen Generation.“

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