Qatar blockiert Rüstungsdeal: Israels Iron Dome kommt nicht nach Osnabrück
Qatar blockiert Israels Iron-Dome-Pläne in Osnabrück

Der geplante Einstieg des israelischen Rüstungskonzerns Rafael in das VW-Werk in Osnabrück ist gescheitert. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, hat der katarische Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) sein Veto gegen die Vereinbarung eingelegt. QIA ist mit 17 Prozent der Stimmrechte und 10,4 Prozent des Aktienkapitals der drittgrößte Aktionär von Volkswagen. Der Konzern hatte zuvor eine Absichtserklärung mit Rafael unterzeichnet, um in dem Werk Komponenten für das Flugabwehrsystem „Iron Dome“ zu produzieren.

Hintergrund: Politische Spannungen zwischen Katar und Israel

Der Widerstand aus Doha hat vermutlich politische Gründe. Israel wirft Katar vor, die radikalislamische Hamas über Jahre finanziell unterstützt zu haben. Nach Medienberichten sollen rund 2,1 Milliarden US-Dollar aus Katar in den Gazastreifen geflossen sein. Die Hamas unterhält seit 2012 ein politisches Büro in Doha. Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte Katar mehrfach als Vermittler zwischen den Parteien agiert, diese Rolle aber auch wieder aufgegeben.

QIA-CEO Mohammed Saif Al-Sowaidi sitzt im VW-Aufsichtsrat und dürfte maßgeblich an der Entscheidung beteiligt gewesen sein. Die genauen Gründe für das Veto wurden nicht offiziell genannt, doch die angespannten Beziehungen zwischen Katar und Israel gelten als ausschlaggebend.

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VW-Werk Osnabrück: Zukunft ungewiss

Im VW-Werk Osnabrück endet 2027 die Produktion des T-Roc Cabriolets. Für die rund 2300 Beschäftigten gab es danach kaum Perspektiven. Die geplante Übernahme durch Rafael hätte neue Arbeitsplätze geschaffen und die Produktion von Abfangraketen für das Iron-Dome-System ermöglicht. Nun steht das Werk erneut vor einer ungewissen Zukunft.

VW-Konzernchef Oliver Blume hatte erst kürzlich angekündigt, dass weltweit 50.000 Arbeitsplätze bei Volkswagen bis 2030 wegfallen sollen. Mehr als 37.000 Beschäftigte hätten bereits entsprechende Vereinbarungen unterschrieben. Bis Jahresende sollen rund 27.000 Beschäftigte ausgeschieden sein, sagte Blume in einem Interview im Volkswagen-Intranet.

Rafael setzt nun auf Indien

Wie der indische Sender NDTV und andere Medien berichten, hat Rafael seine Pläne für Osnabrück aufgegeben und Indien als neuen Produktionsstandort ausgewählt. Dort soll eine Produktionslinie für Tamir-Abfangraketen entstehen. Indien wäre damit das erste asiatische Land außerhalb Israels, das Iron-Dome-Raketen produziert.

Die Kooperation ist Teil einer strategischen Partnerschaft, die Indiens Premierminister Narendra Modi und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Februar 2026 bei einem Treffen in Jerusalem vereinbart hatten. Rafael baut bereits seit 2024 Tamir-Raketen im US-Bundesstaat Arkansas in Zusammenarbeit mit dem US-Unternehmen Raytheon.

Auswirkungen auf die deutsche Rüstungsindustrie

Das Scheitern des Deals ist ein weiterer Rückschlag für die deutsche Rüstungsindustrie, die versucht, neue Produktionskapazitäten aufzubauen. Die Bundesregierung hatte sich bemüht, ausländische Investoren für die Umrüstung von Autowerken zu gewinnen. Der Fall zeigt jedoch, wie stark geopolitische Spannungen solche Vorhaben beeinflussen können.

Experten sehen in der Entscheidung Katars auch ein Signal an Israel und die USA. Katar, das enge Beziehungen zur Hamas unterhält, möchte offenbar nicht, dass israelische Waffensysteme in einem Werk produziert werden, an dem der katarische Staatsfonds beteiligt ist.

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