Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt für den heutigen Dienstag vor starken Unwettern in weiten Teilen Deutschlands. Von der Mitte bis nach Süd- und Ostdeutschland sind demnach teils kräftige Gewitter mit Starkregen, Sturm und Hagel möglich. Besonders betroffen ist ein Streifen vom Odenwald bis zum Bayerischen Wald, wo die Unwettergefahr nicht ausgeschlossen ist. Im Westen und Südwesten müsse gebietsweise mit „starker Wärmebelastung“ gerechnet werden, so der DWD.
Verheerende Hagelschäden in Mecklenburg-Vorpommern
Bereits in der Nacht zum Dienstag hatten schwere Unwetter Teile Deutschlands heimgesucht. Im Landkreis Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern gingen tennisballgroße Hagelkörner nieder. Die Leitstelle Westmecklenburg berichtete, dass sich nach zwei Stunden stellenweise so viel Hagel auf dem Boden angesammelt hatte, dass er mit Radladern weggeräumt werden musste. Die Landschaft glich einem winterlichen Schneefall. Verletzte gab es nach Angaben der Leitstelle keine, zu Sachschäden konnten zunächst keine Angaben gemacht werden.
Innerhalb einer Stunde gingen im Landkreis rund 168 wetterbedingte Notrufe ein, wie ein Sprecher der Leitstelle der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Feuerwehr musste Keller auspumpen und umgestürzte Bäume beseitigen. Inzwischen hat sich die Wetterlage im Landkreis wieder beruhigt.
Niedersachsen: Hagel zerstört Dächer und Autos
Auch in Niedersachsen fielen tennisballgroße Hagelkörner, insbesondere in Heidenau im Landkreis Harburg. Die Polizei berichtete, dass die zentimetergroßen Körner Autoscheiben zertrümmerten und Dellen in den Lack schlugen. Auf Videos waren stark beschädigte Dächer zu sehen. Eine Anwohnerin sagte einem dpa-Reporter: „Es hat alles kaputt gemacht.“ Die Körner seien über ihr Mehrfamilienhaus und den Balkon gezischt. „Es ist nichts mehr heile, es regnet durchs Dach, in die Wohnungen rein.“ Das nagelneue Auto ihres Mitbewohners sei nun „Schrott“. „Ich wohne jetzt 18 Jahre in Heidenau, ich habe so was noch nie erlebt, so ein Chaos“, berichtete die Frau.
Allein am Montagabend zwischen 21:00 und 1:00 Uhr gingen in Niedersachsen laut Polizei rund 250 Notrufe wegen des Hagels ein. Die Feuerwehr rückte in dieser Zeit gut 600 Mal im gesamten Bundesland aus, wie es am Morgen hieß.
DWD warnt vor weiteren Gewittern
Der Deutsche Wetterdienst erwartet auch am Dienstag kräftige Gewitter in der Mitte, im Osten und Süden Deutschlands. Die Unwettergefahr bleibt insbesondere in einem Streifen vom Odenwald bis zum Bayerischen Wald hoch. Betroffen sind auch Teile Sachsens und Thüringens. Der DWD rät, aktuelle Warnungen zu beachten und Schutz zu suchen. In den betroffenen Gebieten können Starkregen, Sturmböen und Hagel erneut zu Überschwemmungen und Schäden führen.



