Vertrauen in den Staat auf Tiefststand: Nur 17 Prozent zufrieden
Vertrauen in Staat auf Tiefststand: Nur 17% zufrieden

Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in die Handlungsfähigkeit des Staates ist auf einen neuen Tiefststand gesunken. Nur noch 17 Prozent der Deutschen glauben laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Deutschen Beamtenbundes (dbb), dass der Staat seine Aufgaben erfüllen kann. In den Vorjahren lag dieser Wert bei 23, 25 und 27 Prozent – ein kontinuierlicher Abwärtstrend, der nun einen vorläufigen Tiefpunkt erreicht hat.

Mehrheit sieht Staat überfordert

Parallel dazu steigt die Skepsis: 79 Prozent der Befragten sind der Ansicht, der Staat sei angesichts der Vielzahl an Aufgaben und Probleme überfordert. Diese Wahrnehmung zieht sich durch alle Bevölkerungsgruppen, wenngleich es Unterschiede gibt. Besonders geringes Vertrauen äußern Anhänger der AfD, während Beamte sowie Anhänger von Union, SPD und Grünen dem Staat etwas mehr zutrauen.

„Katastrophe und Weckruf“ – dbb-Chef fordert Reformen

Der Vorsitzende des dbb, Volker Geyer, bewertete die Ergebnisse als „eine Katastrophe und ein Weckruf“. In einer ersten Reaktion machte er deutlich, dass nun die Bundesregierung in der Pflicht stehe. „Wir brauchen Reformen, die sich positiv auf das Leben der Menschen auswirken, die Wirtschaftswachstum schaffen, die Sozialsysteme stärken und dafür sorgen, dass der Staat wieder besser funktioniert“, forderte Geyer. Die Zahlen seien ein Alarmzeichen, das nicht ignoriert werden dürfe.

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Hintergründe des Vertrauensverlusts

Die Umfrage wurde im Januar 2025 durchgeführt und spiegelt eine anhaltende Unzufriedenheit mit der staatlichen Leistungsfähigkeit wider. Als Ursachen für das schwindende Vertrauen gelten unter anderem die als zu langsam empfundene Digitalisierung der Verwaltung, wachsende bürokratische Hürden sowie die Wahrnehmung, dass der Staat in Krisen wie der Corona-Pandemie oder der Energiekrise nicht schnell genug reagiert habe. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung zeigen auch, dass die Erwartungen an den Staat hoch sind – viele Bürger wünschen sich mehr Effizienz und Bürgernähe.

Konsequenzen für die Politik

Der dbb als Interessenvertretung der Beamten sieht in den Zahlen einen klaren Auftrag an die Politik. „Die Menschen erwarten, dass der Staat seine Hausaufgaben macht“, so Geyer. Er verwies auf die Notwendigkeit, Verwaltungsprozesse zu vereinfachen und digitale Angebote auszubauen. Auch die wirtschaftliche Entwicklung spiele eine zentrale Rolle: Ohne ein starkes Wirtschaftswachstum fehlten die finanziellen Mittel für dringende Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Sicherheit.

Die Umfrage zeigt ferner, dass das Vertrauen in den Staat nicht nur eine abstrakte Größe ist, sondern direkte Auswirkungen auf die gesellschaftliche Stabilität hat. Ein dauerhaft geringes Vertrauen könnte die Akzeptanz staatlicher Entscheidungen untergraben und populistischen Tendenzen Vorschub leisten. Experten fordern daher einen grundlegenden Kurswechsel in der Staatsmodernisierung.

Ob die Bundesregierung auf den „Weckruf“ reagiert, bleibt abzuwarten. Die nächste Bürgerbefragung des dbb im kommenden Jahr wird zeigen, ob sich der Trend umkehren lässt oder das Vertrauen weiter erodiert.

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