In dieser Woche wurde im Berliner Zoo ein besonderes Ereignis gefeiert: Das Zwergflusspferd-Baby erhielt den Namen „Brötchen“. Bis zur Taufe war der Name streng geheim. Nur so viel war bekannt: Die Patentante ist die backfreudige TV-Persönlichkeit Enie van de Meiklokjes. Dies führte zu Spekulationen, aber auch zu Enttäuschung. Viele hatten auf Törtchen, Muffin oder Buttercreme gehofft und mussten sich mit einem schlichten „Brötchen“ begnügen.
Nostalgie und Internettrends als Begründung
Der Zoo begründet die Namenswahl mit Hippo-Nostalgie. Schon einmal hatte das Flusspferd Bulette die Berliner Herzen erobert. Zudem sei es ein beliebter Internettrend, Tiere nach Nahrungsmitteln zu benennen. Doch Besucher aus Frankreich oder England werden an der Aussprache scheitern. Die Pandabären im Zoo haben eigentlich chinesische Namen, die so fremd sind wie von einem anderen Stern. Die Tierpfleger tauften sie kurzerhand um – in Pit und Paule sowie Leni und Lotti.
Ein Name schafft Nähe und Aufmerksamkeit
Mittlerweile sind die Pandabären Berliner Berühmtheiten, genau wie früher Eisbär Knut und die Flusspferde Knautschke und Bulette. Nicht zuletzt wegen ihrer eingängigen Namen. Es ist wichtig, Zootieren einen Namen zu geben. Sie schaffen eine Beziehung und Nähe zum Besucher – und damit Aufmerksamkeit für Bedürfnisse, Herkunft und Schutz. Tiernamen verbinden Wissenschaft und Wiedererkennung. Sie machen aus einem Zoobesuch mehr als Unterhaltung. Ein Name kann eine Lobby für eine bedrohte Art sein.
Kritik am Namen „Brötchen“
Aber muss es unbedingt „Brötchen“ sein? Schrippe hätte man ja gerade noch akzeptiert. Der Name wirkt lieblos und nicht durchdacht. Dabei hätte man mit einer kreativeren Wahl mehr Aufmerksamkeit für die bedrohte Art erregen können. Ein Name wie „Muffin“ oder „Buttercreme“ wäre nicht nur niedlicher, sondern auch international verständlicher gewesen. So bleibt „Brötchen“ eine verpasste Chance für den Artenschutz.



