Kommentar: Warum Deutschland dem britischen Social-Media-Verbot folgen sollte
Warum Deutschland britisches Social-Media-Verbot übernehmen sollte

Die britische Regierung hat ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche angekündigt. Deutschland sollte diesem Beispiel folgen und nicht auf den Ethikrat hören, meint Josefine Fokuhl.

Britische Initiative gegen Social-Media-Sucht

Der britische Premierminister Keir Starmer von der Labour-Partei argumentiert, dass soziale Medien Kinder und Jugendliche unglücklich machen. Sie erleichtern es Mobbern, Kinder zu schikanieren. Er hat damit recht. Daher plant die britische Regierung, unter 16-Jährigen die Nutzung vieler Social-Media-Apps zu verbieten. Soziale Medien seien „so konzipiert, dass sie süchtig machen“, so Starmer. Auch diese Aussage trifft zu.

Seit im April Gerichtsunterlagen veröffentlicht wurden, ist eindeutig: Die großen Tech-Konzerne wissen genau, wie ihre Produkte auf Kinder und Jugendliche wirken. In der Vergangenheit haben sie sich dennoch immer wieder gegen Änderungen entschieden. Sucht ist Teil des Geschäftsmodells.

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Social-Media-Sucht auch in Deutschland ein Problem

Social-Media-Sucht ist in Deutschland kein Randphänomen mehr. In der Altersgruppe der Zehn- bis 17-Jährigen zeigt jeder Fünfte ein riskantes Nutzungsmuster. Das belegt eine gemeinsame Untersuchung der DAK Gesundheit und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE).

Auch in Deutschland wird über eine gesetzliche Altersgrenze bei der Nutzung von sozialen Medien diskutiert, allerdings für unter 14-Jährige. Obwohl dieser Vorschlag unter der Altersbegrenzung anderer Länder liegt, sprach sich der Ethikrat zuletzt dagegen aus. Dabei wäre ein Verbot für unter 16-Jährige, wie in Großbritannien geplant, ein wirksamerer Schutz für Kinder und Jugendliche.

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