WM-Gebete und Linken-Parteitag: Der Morgenüberblick
WM, Linken-Parteitag, Tag der offenen Tür: Der Morgen

Kann Jesus der deutschen Nationalmannschaft helfen?

Die deutsche Nationalmannschaft kann heute in Toronto schaffen, was ihr seit zwölf Jahren nicht mehr gelungen ist: den Einzug in die K.o.-Phase einer Fußball-Weltmeisterschaft. Um 22 Uhr deutscher Zeit trifft das Team auf die Elfenbeinküste. Ein Sieg würde den vorzeitigen Einzug ins Sechzehntelfinale bedeuten. Zwar gibt es auch andere Wege, doch ein Sieg wäre der direkteste. Nach dem 7:1 gegen Curaçao ist die Mannschaft selbstbewusst, aber der heutige Gegner ist eine andere Herausforderung.

Können höhere Mächte helfen? Felix Nmecha, Mittelfeldspieler der DFB-Elf, sieht im Fußball eine Lobpreisung des Herrn. Bei der Ankunft zum Auftaktmatch trug er eine Bibel unter dem Arm, sein Tor bejubelte er mit einer religiösen Geste. Nach dem Spiel lud er Mitspieler und Gegner zum Gebetskreis. „Aber im Ganzen glauben wir alle, dass Jesus verherrlicht wird durch das Spiel“, ließ er verlauten. Nmecha ist ein talentierter Fußballer, doch seine früheren Social-Media-Posts zum Pride-Monat oder zum Tod des MAGA-Aktivisten Charlie Kirk sind fragwürdig. Vielleicht sollte man sich lieber an einen früheren, irdischen Fußballgott halten: „Geht’s raus und spielt’s Fußball.“ Wer beten möchte, kann das gerne tun.

Linken-Parteitag: Stark, aber unberechenbar

Die Linke trifft sich in Potsdam zum zweiten Tag ihres Bundestreffens. Eigentlich könnte die Partei ihren Höhenflug genießen, denn seit der Wiederauferstehung bei der Bundestagswahl liegt sie stabil zweistellig in den Umfragen. Doch die Linke wäre nicht die Linke, wenn sie es sich nicht selbst schwer machen würde. Die Mitgliederzahl hat sich nahezu verdoppelt, was sich auf die Zusammensetzung des Parteitags auswirkt. Viele Delegierte sind neu, ihr Abstimmungsverhalten ist unberechenbar.

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Der Auftaktabend war aufwühlend: Die Nahost-Debatte spaltet die Partei. Am Ende einigte man sich auf eine Erklärung, die sowohl das gemäßigte Lager als auch radikale Israel-Kritiker umarmt. Darin wird Israels Vorgehen im Gazakrieg erstmals offiziell als „Völkermord“ bezeichnet. Ein radikalerer Antrag fand keine Mehrheit. Die Kontroverse wird sich fortsetzen, möglicherweise schon heute bei den Vorstandswahlen. Kandidaten, die mit antiamerikanischen oder antisemitischen Aussagen aufgefallen sind, streben in den Führungskreis. Nach Jan van Akens Rückzug wird ein neuer Mann für das Duo mit Ines Schwerdtner gesucht. Luigi Pantisano, 46-jähriger Bundestagsabgeordneter, will den Job. Bis Sonntag stehen weitere Diskussionen an, etwa zum Diätendeckel oder zu Regierungsbeteiligungen.

„Der Ausgang des Parteitags wird auch einen Hinweis darauf liefern, ob die Linke nur die Wut der Menschen verstärken will und wohin sie diese Wut lenken will“, sagen die Kollegen Anna Reimann und Marc Röhlig. „Ob sie anschlussfähig bleibt, ob sie wirklich ihre Wählerschaft verbreitern kann und auch wieder die kleinen Leute erreicht, wird sich bei den kommenden Landtagswahlen zeigen.“

Tag der offenen Tür der Bundesregierung

„Das Programm ist breit gefächert und bietet etwas für jede Altersgruppe“, verspricht die Bundesregierung. Ist etwa der Sommer der Reformen gekommen? Nein, der Kanzler und sein Kabinett laden nur zum Tag der offenen Tür. An diesem Wochenende können Bürger in Berlin hinter die Kulissen der Macht blicken und sich aus erster Hand über die Regierungsarbeit informieren, wie Friedrich Merz in seinem Grußwort verspricht. Vielleicht hilft es, die Popularität zu steigern.

Der Kanzler tritt am Sonntagnachmittag in seiner Regierungszentrale auf, eine halbe Stunde lang für Besucher. Viele Minister stellen sich den Fragen der Bürger, darunter SPD-Arbeitsministerin Bärbel Bas, CDU-Digitalminister Karsten Wildberger und CSU-Forschungsministerin Dorothee Bär. Wer selbst in die Rolle einer Ministerin schlüpfen will, kann im Kanzleramt eine Kabinettssitzung nachspielen. Im Raumfahrtministerium gibt es eine virtuelle Mission ins All, das Auswärtige Amt weiht in die Geheimnisse der Diplomatie ein, und der Zoll versteigert beschlagnahmte Waren.

Am Sonntagabend schließen sich die Türen der Regierung wieder. Dann soll wirklich der Sommer der Reformen beginnen – breit gefächert und für alle Altersgruppen. Echt jetzt.

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Verlierer des Tages: Florencia Peña

Die Moderatorin verkündete im argentinischen Streamingdienst Luzu TV fälschlicherweise, dass Lionel Messis Vater Jorge verstorben sei. Die vermeintliche News diente als Erklärung für Messis Tränen nach dem 3:0-Auftaktsieg gegen Algerien. Tatsächlich geht es Jorge gesundheitlich nicht gut, aber er lebt und macht Fortschritte. Peña musste sich entschuldigen und verlor ihren Job.

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