Ein schwerwiegender Skandal erschüttert den senegalesischen Fußball: Der nationale Verband soll für seine Spieler während der laufenden Weltmeisterschaft keine Krankenversicherung abgeschlossen haben. Dies berichtet „Sports News Africa“. Demnach musste der verletzte Torwart Édouard Mendy (34) seine medizinische Untersuchung sogar selbst bezahlen.
Eigene Kosten für MRT-Untersuchung
Laut dem Bericht habe der Senegal-Schlussmann die Kosten für eine MRT-Untersuchung aus eigener Tasche tragen müssen. Mendy war im Turnierverlauf verletzt ausgefallen und benötigte eine genauere Diagnose. Der Verband habe ihn dabei nicht unterstützt.
Doch nicht nur Mendy war betroffen. Wie „Sports News Africa“ weiter enthüllt, war die gesamte senegalesische Delegation während der WM nicht krankenversichert. Das bedeutet: Neben den 26 Spielern besaß auch der Betreuerstab keinen Versicherungsschutz. Im Falle medizinischer Probleme wären alle Beteiligten ungeschützt gewesen.
Kritik nach WM-Aus
Bereits unmittelbar nach dem dramatischen WM-Aus des Senegal im Sechzehntelfinale gegen Belgien (2:3 nach 2:0-Führung) war der senegalesische Verband von Spielern und Fans scharf kritisiert worden. Der Wirbel um die nicht abgeschlossene Krankenversicherung dürfte die Kritik an dem Verband weiter anheizen.
„Sports News Africa“ zitiert einen anonymen Spieler: „Es ist unfassbar, dass wir während des wichtigsten Turniers unserer Karriere nicht versichert sind. Das zeigt, wie wenig Wertschätzung der Verband uns entgegenbringt.“ Ein Sprecher des senegalesischen Verbandes war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.
Finanzielle Konsequenzen drohen
Experten schätzen, dass eine Krankenversicherung für den gesamten Kader und Betreuerstab rund 50.000 Euro gekostet hätte. Angesichts der WM-Prämien von mehreren Millionen Euro für den Verband wirkt diese Summe verschwindend gering. „Es ist ein Skandal, dass hier an der Gesundheit der Spieler gespart wurde“, so ein Sportrechtler gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Der senegalesische Fußballverband steht nun unter massivem Druck. Fans und Medien fordern Aufklärung und personelle Konsequenzen. Ob der Verband die Versäumnisse noch während des Turniers nachholen kann, ist unklar. Fest steht: Das Vertrauen in die Verbandsführung ist nachhaltig beschädigt.



