Die Ärztekammer Niedersachsen hat im vergangenen Jahr 96 Behandlungsfehler festgestellt. Dies gab die Kammer am Mittwoch in Hannover bekannt. Die Zahl der Anträge auf Prüfung möglicher Fehler sei rückläufig: Wurden 2024 noch 755 Anträge gestellt, waren es im vorigen Jahr 677. Im Jahr 2024 hatte die Schlichtungsstelle in 93 Fällen einen Fehler festgestellt.
Gesundheitsschäden nehmen zu
Aus den fehlerhaften Behandlungen resultierte 2025 in 71 Fällen ein Gesundheitsschaden – im Vorjahr waren es 59 Fälle. Demgegenüber stehen rund 60 Millionen Behandlungsfälle in Niedersachsen im Jahr 2025. Die Ärztekammer-Präsidentin Marion Charlotte Renneberg betonte: „Bei den auftretenden Fehlern sehen wir inzwischen häufiger, dass es sich nur zum Teil um individuelle Fehler handelt.“ Stattdessen beobachte man zunehmend Fehler, die auf ein Versagen des stark beanspruchten Systems zurückzuführen seien.
Forderung nach mehr Mitteln für die Gesundheitsversorgung
Renneberg forderte daher: „Deshalb ist es wichtig, die Gesundheitsversorgung mit ausreichend Mitteln auszustatten, um sie weiterhin leistungsfähig und auch in Zukunft sicher aufzustellen.“ Die Schlichtungsstelle für Arzthaftpflichtfragen der Ärztekammer Niedersachsen soll neutral in medizinischer wie juristischer Hinsicht urteilen; ihre Mitglieder sind nicht weisungsgebunden. Diese Anlaufstelle bei der Ärztekammer bietet Betroffenen und Angehörigen bei vermuteten Behandlungsfehlern die Möglichkeit einer unabhängigen Untersuchung.



