Adipositas-Experte warnt: Übergewichtige Kinder werden allein gelassen
Adipositas-Experte warnt: Kinder werden allein gelassen

Es beginnt oft schleichend. Ein Hosenbund, der plötzlich spannt. Ein Kind, das beim Wettrennen auf dem Schulhof früher außer Atem ist als die anderen. Softdrinks und Fertig-Snacks, die zum Begleiter von Hausaufgaben und Fernsehabenden werden. Doch die Folgen sind fatal: Etwa 15 Prozent der deutschen Kinder sind zu dick. Das wirkt sich direkt auf ihre Gesundheit und ihre Psyche aus. Der Präsident der Welt-Adipositas-Gesellschaft, Dr. Bruno Halpern (42), erklärt in BILDplus, warum Übergewicht und Adipositas immer häufiger Kinder trifft und wieso das für die Kleinen so gefährlich ist.

Alarmierende Zahlen

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Weltweit steigt die Rate an übergewichtigen Kindern rasant an. Laut aktuellen Studien ist jedes dritte Kind in manchen Regionen bereits von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Dr. Halpern betont, dass dies nicht nur ein kosmetisches Problem sei, sondern schwerwiegende gesundheitliche Folgen habe. „Kinder mit Adipositas leiden häufiger an Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und psychischen Problemen wie Mobbing und geringem Selbstwertgefühl“, warnt der Experte.

Ursachen im Alltag

Die Ursachen sind vielfältig: Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung und ein Überangebot an kalorienreichen Lebensmitteln. Dr. Halpern kritisiert, dass viele Eltern die Gefahren unterschätzen. „Übergewichtige Kinder werden oft sich selbst überlassen. Es fehlt an Aufklärung und Unterstützung“, so der Mediziner. Er appelliert an Eltern, frühzeitig gegenzusteuern: „Bewegung in den Alltag integrieren, Bildschirmzeiten begrenzen und gemeinsame Mahlzeiten fördern.“

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Was Eltern tun können

Der Experte rät zu kleinen, aber konsequenten Schritten: Statt Softdrinks Wasser anbieten, gemeinsame Spaziergänge statt Fernsehabende, und vor allem: Vorbild sein. „Kinder lernen durch Nachahmung. Wenn Eltern selbst aktiv sind und gesund essen, übernehmen Kinder das leichter“, erklärt Dr. Halpern. Auch Schulen und Politik seien gefordert, etwa durch bewegungsfreundliche Pausenhöfe und verbesserte Schulverpflegung.

Die Botschaft des Experten ist klar: „Wir dürfen die Kinder nicht allein lassen. Jeder kann im Kleinen etwas bewirken, um die Adipositas-Epidemie einzudämmen.“

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