Was ist Apherese und warum ist sie wichtig?
Blut besteht aus Billionen von Zellen, darunter auch Immunzellen. Um diese für moderne Krebstherapien wie die CAR-T-Zelltherapie nutzbar zu machen, müssen sie zunächst aus dem Blut herausgefiltert werden. Hier kommen spezielle Apherese-Maschinen zum Einsatz, die wie eine Waschmaschine für Blut funktionieren.
Wie funktioniert eine Apherese-Maschine?
Bei der Apherese wird Blut aus dem Körper des Patienten entnommen und in einer Maschine zentrifugiert. Dabei werden die verschiedenen Bestandteile des Blutes – rote Blutkörperchen, weiße Blutkörperchen (Immunzellen), Blutplättchen und Plasma – voneinander getrennt. Die gewünschten Immunzellen werden gesammelt, während die restlichen Blutbestandteile zurück in den Körper des Patienten fließen.
Die Rolle der Apherese bei CAR-T-Zelltherapien
CAR-T-Zelltherapien sind ein neuartiger Ansatz zur Behandlung von Krebs. Sie basieren auf den patienteneigenen Immunzellen, den T-Zellen. Diese werden mithilfe der Apherese aus dem Blut gewonnen, anschließend im Labor genetisch so verändert, dass sie Krebszellen erkennen und bekämpfen können, und dann dem Patienten wieder infundiert.
Expertenmeinung zur Technologie
Carola Tietze-Stolley, stellvertretende Leiterin der Charité Stem Cell Facility, erklärt: „Die Apherese-Maschinen ermöglichen es uns, gezielt die Immunzellen der Patienten zu sammeln, ohne dass wir auf Spender angewiesen sind. Das ist ein entscheidender Schritt für personalisierte Krebstherapien.“
Herausforderungen und Zukunftsperspektiven
Obwohl die Apherese eine etablierte Methode ist, gibt es Herausforderungen: Der Prozess ist zeitaufwendig und erfordert speziell geschultes Personal. Zudem müssen die gesammelten Zellen schnell weiterverarbeitet werden, um ihre Lebensfähigkeit zu erhalten. Dennoch sehen Experten in der Kombination von Apherese und CAR-T-Zelltherapie großes Potenzial für die Behandlung von Blutkrebs und möglicherweise auch soliden Tumoren.



