Blutdruckmessung: Der Einfluss der Armhaltung
Beim Blutdruckmessen kann bereits die Position des Arms das Ergebnis verfälschen. Eine Studie der Johns-Hopkins-Universität belegt, dass eine falsche Armhaltung zu deutlich höheren Werten führen kann. Für Menschen mit grenzwertigen Blutdruckwerten ist dies besonders relevant, da schon wenige Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) über die Einstufung als normal oder erhöht entscheiden.
Studienergebnisse im Detail
An der Untersuchung aus dem Jahr 2024 nahmen 133 Erwachsene im Alter von 18 bis 80 Jahren teil. Die Forscher verglichen Messungen mit korrekt abgestütztem Arm auf Herzhöhe mit verschiedenen Fehlhaltungen. Die Ergebnisse zeigten: Lag der Arm auf dem Schoß, stieg der systolische Blutdruck im Schnitt um knapp 4 mmHg. Ein seitlich herabhängender, nicht abgestützter Arm erhöhte den Wert sogar um rund 6,5 mmHg. Auch die diastolischen Werte stiegen messbar an.
Internist Dr. Matthias Riedl bestätigte im Gespräch mit FITBOOK, dass viele Menschen diesen Fehler beim Blutdruckmessen machen. Die Wissenschaftler betonen, dass die Ergebnisse vor allem für automatische Blutdruckmessgeräte gelten. Dennoch zeigen die Daten, dass bereits kleine Fehler die Werte deutlich verändern können.
Richtige Armhaltung und weitere Tipps
Die Studienautoren empfehlen, den Oberarm während der Messung auf Herzhöhe abzustützen. Diese Empfehlung findet sich auch in den Leitlinien der American Heart Association und der European Society of Hypertension. Wichtig ist, dass sich der Arm genau auf Herzhöhe befindet. Wird er darunter gehalten, können die Werte zu hoch ausfallen; liegt er darüber, können sie zu niedrig gemessen werden.
Neben der Armhaltung spielt auch die passende Manschettengröße eine wichtige Rolle. Eine zu kleine Manschette an einem kräftigen Arm kann den Blutdruck überschätzen, eine zu große Manschette an einem schmalen Arm kann ihn unterschätzen. Allgemeinmediziner Michael Feld weist zudem darauf hin, dass es Unterschiede zwischen rechtem und linkem Arm geben kann. In Arztpraxen wird daher zunächst an beiden Armen gemessen; bei späteren Kontrollen sollte immer derselbe Arm verwendet werden.



