Anstieg der Verdachtsfälle auf Behandlungsfehler in Niedersachsen
Hannover – Die Zahl der Menschen, die einen Behandlungsfehler vermuten, hat in Niedersachsen einen neuen Höchststand erreicht. Wie die Techniker Krankenkasse (TK) mitteilte, meldeten sich im vergangenen Jahr 648 Versicherte bei der Kasse – ein Anstieg um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bundesweit sei ebenfalls ein Rekordwert verzeichnet worden, so ein Sprecher. Die TK geht jedoch von einer hohen Dunkelziffer unentdeckter Fälle aus. Über die Entwicklung hatte zunächst der NDR berichtet.
Chirurgie und Zahnmedizin besonders häufig betroffen
Bei 28 Prozent der gemeldeten Verdachtsfälle in Niedersachsen handelte es sich um chirurgische Behandlungen. 14 Prozent entfielen auf den Bereich Zahnmedizin und Kieferorthopädie. Es folgten Pflege, Geburtshilfe und Gynäkologie. Die TK überprüft jede Meldung. Bestätigt sich der Verdacht, leiten Medizinrechtsspezialisten ein Verfahren ein. In Niedersachsen sind bei der TK eigenen Angaben zufolge mehr als 956.000 Menschen versichert.
Hintergrund: Behandlungsfehler in der Medizin
Behandlungsfehler können in allen medizinischen Bereichen auftreten – von der Chirurgie über die Zahnmedizin bis hin zur Geburtshilfe. Die Dunkelziffer ist vermutlich hoch, da viele Patienten keine Meldung erstatten. Die TK rät Betroffenen, bei Verdacht auf einen Fehler zeitnah Kontakt aufzunehmen, um Ansprüche zu sichern. Medizinrechtliche Beratung kann helfen, Schadensersatzforderungen durchzusetzen.



